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Der Fluch des Treasure Mountain

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Geschätzte Lesedauer: 16 Minuten

Der Legende nach soll irgendwo in den Rocky Mountains ein Vermögen an Gold vergraben sein: 33 millionen Dollar warten angeblich darauf, gefunden zu werden. Der einzige Hinweis zur Lage des Schatzes: eine vergilbte Karte, gezeichnet vom einzigen Überlebenden einer unheilvollen Expedition. Seine Nachfahren suchen das Gold seit fast zweihundert Jahren. Aber jedesmal, wenn es zum Greifen nahe scheint, geschehen unheimliche Dinge…

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Es heisst, der Schatz sei verflucht. Auf der Suche nach ihm sind viele Menschen ums Leben gekommen: Krankheiten, Gewalt und angeblich überirdische Kräfte haben die Entdeckung der versteckten Goldbarren bisher vereitelt. Manche glauben sogar, dieser Schatz werde von ausserirdischen Mächten bewacht. Irgendetwas halte uns davon ab, ihn zu finden. Dies ist die Geschichte eines sagenhaften Vermögens, das in den Rocky Mountains gefunden wurde -und wieder verloren ging.

Alles beginnt 1993 in Colorado. Christopher O’Brian ist Forscher und hat sich auf unerklärliche Phänomene spezialisiert. Paranormale und metaphysische Themen haben ihn schon immer fasziniert. Aber nebenbei wollte er auch einige Schatzlegenden aufklären und vielleicht sogar selbst einmal auf Schatzsuche gehen. Im Verlauf seiner Forschung wird er von einem geheimnisvollen Mann kontaktiert. Dieser machte Andeutungen, das er Hinweise auf einen „grossartigen Schatz“ habe und selbst in die Suche verwickelt sei. O’Brian war sofort neugierig und vereinbarte ein Treffen mit ihm. Die Begegnung findet in einem örtlichen Diner statt. Dort beginnt der Fremde, ihm seine Geschichte zu erzählen.

Der Mann behauptet, er habe in eine Familie von Schatzjägern eingeheiratet. Set Generationen suche die Familie nach geheimen Lagern voller Goldbarren, die zweihundert Jahre zuvor auf einer Expedition unter Leitung eines ihrer Vorfahren vergraben worden seien. Seine Familie sei überzeugt, die Entdeckung des legendären Schatzes von Treasure Mountain würde kurz bevor stehen. Sie wolle das Geheimnis lüften, das im 18. Jahrhundert mit einem Abenteuer in der ungezügelten Wildnis von Colorado begann.

Gold aus Inka-Tempeln

Le Blanc und seine Leute sind auf die Hauptader gestossen.

1790, Louisiana. Das riesige Gebiet steht damals unter spanischer Herrschaft und erstreckt sich vom Golf von Mexiko bis zur Grenze des heutigen Kanada. An einem kleinen Aussenposten am Missouri bereitet sich eine Gruppe Franzosen auf eine Expedition vor. Ihr offizieller Auftrag lautet, die Bodenschätze der Gegend zu erkunden. Inoffiziell wollen sie aber in die Rocky Mountains und dort neue Goldquellen erschliessen. Seit dem Eintreffen der Conquistadoren in Südamerika gab es unzählige Geschichten über Plünderungen von Inka-Tempeln und heiligen Stätten der Maya. Diese Geschichten drangen mit der Zeit bis nach Europa vor.

An der Expedition nimmt auch ein Journalist teil. In den meisten Versionen der Legende heisst er nur Le Blanc. Viel ist nicht über ihn bekannt. Er war der Chronist und Historiker der Expedition und daher sicherlich gebildet. Le Blancs Gier nach Gold löst eine Kette von Ereignissen aus, die ihm für immer einen Platz inder Folklore Colorados sichern werden.

Die Expedition macht sich auf die lange Reise gen Westen. Sie durchquert die Great Plains, folgt wahrscheinlich dem Lauf des Platte Rivers und gelangt zu den Rocky Mountains. Sie folgen den Flüssen und überqueren den Wolf Creek Pass. Am Fusse eines Berges schlagen sie ihr Lager auf. Die Männer beginnen sofort mit der Goldsuche. Wahrscheinlich haben sie in den dortigen Wasserläufen bereits ein paar Partikel ausgesiebt. Sie folgen dem Pfad immer weiter in die Berge hinauf, können es kaum erwarten, die Goldquelle zu finden.

Nach wochenlanger Suche macht ein Mitglied der Gruppe eine Entdeckung: Golderz. Le Blanc und seine Leute sind auf die Hauptader gestossen und können es kaum fassen. Plötzlich ist die Chance zum Greifen nahe, zu den reichsten Menschen zu gehören. Jetzt müssen die Franzosen das kostbare Metall aus dem harten Granitstein herausbekommen. Sie schmelzen das im Erz eingeschlossene Gold heraus. Schon bald haben sie einen Stapel von achtzehn Zoll grossen Barren zusammen. Die Legende sagt, sie hätten Gold im heutigen Wert von 5 bis 33 millionen Dollar aus dem Berg geholt.

Seit dieser Zeit heisst der Gipfel dieses Berges Treasure Mountain.

Der Winter bricht ein

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Monatelang bauen die Franzosen Gold ab. Dann folgt auf den milden Sommer ein kalter Herbst. Le Blanc und seinen Leuten ist klar: sie müssen vor Einbruch des Winters einen Unterschlupf finden. Den ganzen Sommer hatten die mindestens dreihundert Franzosen bei Sonne und kühlen Temperaturen auf einer Höhe von 3500 Metern gearbeitet. Doch mit dem Herbst wird es schwierig in Colorado. Sicher ahnten sie, das sie bei drei Metern Schnee und mehr nicht bleiben können.

Le Blanc will mit seinen Kollegen in der spanischen Siedlung Taos in knapp zweihundert Kilometern Entfernung überwintern. Aber was machen sie nun mit ihren wertvollen Goldbarren? Mitnehmen können sie das Gold auf keinen Fall, das ist viel zu gefährlich. Wer mit Gold im Wert von millionen in eine Stadt kommt, wird ermordet oder erregt zumindest Verdacht. Sie halten es für das beste, das Gold zu vergraben. Sie entscheiden sich, das Gold an drei verschiedenen Stellen zu verstecken. An diesen geheimen Orten wäre ihr Vermögen sicher, bis sie zurückkehren und es holen würden.

Der Legende nach hinterlassen sie acht Hinweise, die ihnen beim Wiederauffinden helfen sollen. Wahrscheinlich ritzten sie die französische Lilie in grosse Steine. Le Blanc hält die Lage des Schatzes und der Markierungen auf einer geheimen Schatzkarte fest. Wie geplant, verbringen die Franzosen den harten Winter in Taos.

Als der Frühling erwacht, können sie es kaum erwarten, aufzubrechen und ihren bereits beträchtlichen Reichtum weiter zu vermehren. Die Expedition macht sich auf den Weg nach Norden, um den Goldabbau wieder aufzunehmen. Doch schon bald fordert der Fluch des Treasure Mountain seine ersten Opfer. Die Legende berichtet, die Franzosen wären von Krankheiten geplagt. Es kann sein, das sie an Skorbut erkrankt sind, ausgelöst duch Vitamin-C Mangel. Zitrusfrüchte gab es dort nicht und das würde die Müdigkeit erklären, unter der die Männer gelitten haben sollen. Auch die schmerzenden, geschwollenen Glieder.

Die Arbeit geht immer langsamer voran und viele brechen vor Erschöpfung zusammen. Einer Erzählung nach verabreicht Le Blanc seinen Kameraden einen vitaminreichen Aufguss aus Nesseln, die er vor Ort gefunden hat. Aber diese Hilfe reicht nicht aus – und kommt zu spät. Seine Kameraden sind der Krankheit ausgeliefert. Zu allem Unglück droht jetzt noch eine weitere Gefahr: die Ute, ein Stamm nordamerikanischer Ureinwohner beobachten die Franzosen. Ihnen gefällt es nicht, das die Franzosen überall auf dem Berg Löcher graben und das Gold an sich nehmen. Sie betrachten das Land, auf dem sie leben, als ihr Eigentum.

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