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Der Fluch des Treasure Mountain

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Der Legende nach soll irgendwo in den Rocky Mountains ein Vermögen an Gold vergraben sein: 33 millionen Dollar warten angeblich darauf, gefunden zu werden. Der einzige Hinweis zur Lage des Schatzes: eine vergilbte Karte, gezeichnet vom einzigen Überlebenden einer unheilvollen Expedition. Seine Nachfahren suchen das Gold seit fast zweihundert Jahren. Aber jedesmal, wenn es zum Greifen nahe scheint, geschehen unheimliche Dinge…

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Es heisst, der Schatz sei verflucht. Auf der Suche nach ihm sind viele Menschen ums Leben gekommen: Krankheiten, Gewalt und angeblich überirdische Kräfte haben die Entdeckung der versteckten Goldbarren bisher vereitelt. Manche glauben sogar, dieser Schatz werde von ausserirdischen Mächten bewacht. Irgendetwas halte uns davon ab, ihn zu finden. Dies ist die Geschichte eines sagenhaften Vermögens, das in den Rocky Mountains gefunden wurde -und wieder verloren ging.

Alles beginnt 1993 in Colorado. Christopher O’Brian ist Forscher und hat sich auf unerklärliche Phänomene spezialisiert. Paranormale und metaphysische Themen haben ihn schon immer fasziniert. Aber nebenbei wollte er auch einige Schatzlegenden aufklären und vielleicht sogar selbst einmal auf Schatzsuche gehen. Im Verlauf seiner Forschung wird er von einem geheimnisvollen Mann kontaktiert. Dieser machte Andeutungen, das er Hinweise auf einen „grossartigen Schatz“ habe und selbst in die Suche verwickelt sei. O’Brian war sofort neugierig und vereinbarte ein Treffen mit ihm. Die Begegnung findet in einem örtlichen Diner statt. Dort beginnt der Fremde, ihm seine Geschichte zu erzählen.

Der Mann behauptet, er habe in eine Familie von Schatzjägern eingeheiratet. Set Generationen suche die Familie nach geheimen Lagern voller Goldbarren, die zweihundert Jahre zuvor auf einer Expedition unter Leitung eines ihrer Vorfahren vergraben worden seien. Seine Familie sei überzeugt, die Entdeckung des legendären Schatzes von Treasure Mountain würde kurz bevor stehen. Sie wolle das Geheimnis lüften, das im 18. Jahrhundert mit einem Abenteuer in der ungezügelten Wildnis von Colorado begann.

Gold aus Inka-Tempeln

Le Blanc und seine Leute sind auf die Hauptader gestossen.

1790, Louisiana. Das riesige Gebiet steht damals unter spanischer Herrschaft und erstreckt sich vom Golf von Mexiko bis zur Grenze des heutigen Kanada. An einem kleinen Aussenposten am Missouri bereitet sich eine Gruppe Franzosen auf eine Expedition vor. Ihr offizieller Auftrag lautet, die Bodenschätze der Gegend zu erkunden. Inoffiziell wollen sie aber in die Rocky Mountains und dort neue Goldquellen erschliessen. Seit dem Eintreffen der Conquistadoren in Südamerika gab es unzählige Geschichten über Plünderungen von Inka-Tempeln und heiligen Stätten der Maya. Diese Geschichten drangen mit der Zeit bis nach Europa vor.

An der Expedition nimmt auch ein Journalist teil. In den meisten Versionen der Legende heisst er nur Le Blanc. Viel ist nicht über ihn bekannt. Er war der Chronist und Historiker der Expedition und daher sicherlich gebildet. Le Blancs Gier nach Gold löst eine Kette von Ereignissen aus, die ihm für immer einen Platz inder Folklore Colorados sichern werden.

Die Expedition macht sich auf die lange Reise gen Westen. Sie durchquert die Great Plains, folgt wahrscheinlich dem Lauf des Platte Rivers und gelangt zu den Rocky Mountains. Sie folgen den Flüssen und überqueren den Wolf Creek Pass. Am Fusse eines Berges schlagen sie ihr Lager auf. Die Männer beginnen sofort mit der Goldsuche. Wahrscheinlich haben sie in den dortigen Wasserläufen bereits ein paar Partikel ausgesiebt. Sie folgen dem Pfad immer weiter in die Berge hinauf, können es kaum erwarten, die Goldquelle zu finden.

Nach wochenlanger Suche macht ein Mitglied der Gruppe eine Entdeckung: Golderz. Le Blanc und seine Leute sind auf die Hauptader gestossen und können es kaum fassen. Plötzlich ist die Chance zum Greifen nahe, zu den reichsten Menschen zu gehören. Jetzt müssen die Franzosen das kostbare Metall aus dem harten Granitstein herausbekommen. Sie schmelzen das im Erz eingeschlossene Gold heraus. Schon bald haben sie einen Stapel von achtzehn Zoll grossen Barren zusammen. Die Legende sagt, sie hätten Gold im heutigen Wert von 5 bis 33 millionen Dollar aus dem Berg geholt.

Seit dieser Zeit heisst der Gipfel dieses Berges Treasure Mountain.

Der Winter bricht ein

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Monatelang bauen die Franzosen Gold ab. Dann folgt auf den milden Sommer ein kalter Herbst. Le Blanc und seinen Leuten ist klar: sie müssen vor Einbruch des Winters einen Unterschlupf finden. Den ganzen Sommer hatten die mindestens dreihundert Franzosen bei Sonne und kühlen Temperaturen auf einer Höhe von 3500 Metern gearbeitet. Doch mit dem Herbst wird es schwierig in Colorado. Sicher ahnten sie, das sie bei drei Metern Schnee und mehr nicht bleiben können.

Le Blanc will mit seinen Kollegen in der spanischen Siedlung Taos in knapp zweihundert Kilometern Entfernung überwintern. Aber was machen sie nun mit ihren wertvollen Goldbarren? Mitnehmen können sie das Gold auf keinen Fall, das ist viel zu gefährlich. Wer mit Gold im Wert von millionen in eine Stadt kommt, wird ermordet oder erregt zumindest Verdacht. Sie halten es für das beste, das Gold zu vergraben. Sie entscheiden sich, das Gold an drei verschiedenen Stellen zu verstecken. An diesen geheimen Orten wäre ihr Vermögen sicher, bis sie zurückkehren und es holen würden.

Der Legende nach hinterlassen sie acht Hinweise, die ihnen beim Wiederauffinden helfen sollen. Wahrscheinlich ritzten sie die französische Lilie in grosse Steine. Le Blanc hält die Lage des Schatzes und der Markierungen auf einer geheimen Schatzkarte fest. Wie geplant, verbringen die Franzosen den harten Winter in Taos.

Als der Frühling erwacht, können sie es kaum erwarten, aufzubrechen und ihren bereits beträchtlichen Reichtum weiter zu vermehren. Die Expedition macht sich auf den Weg nach Norden, um den Goldabbau wieder aufzunehmen. Doch schon bald fordert der Fluch des Treasure Mountain seine ersten Opfer. Die Legende berichtet, die Franzosen wären von Krankheiten geplagt. Es kann sein, das sie an Skorbut erkrankt sind, ausgelöst duch Vitamin-C Mangel. Zitrusfrüchte gab es dort nicht und das würde die Müdigkeit erklären, unter der die Männer gelitten haben sollen. Auch die schmerzenden, geschwollenen Glieder.

Die Arbeit geht immer langsamer voran und viele brechen vor Erschöpfung zusammen. Einer Erzählung nach verabreicht Le Blanc seinen Kameraden einen vitaminreichen Aufguss aus Nesseln, die er vor Ort gefunden hat. Aber diese Hilfe reicht nicht aus – und kommt zu spät. Seine Kameraden sind der Krankheit ausgeliefert. Zu allem Unglück droht jetzt noch eine weitere Gefahr: die Ute, ein Stamm nordamerikanischer Ureinwohner beobachten die Franzosen. Ihnen gefällt es nicht, das die Franzosen überall auf dem Berg Löcher graben und das Gold an sich nehmen. Sie betrachten das Land, auf dem sie leben, als ihr Eigentum.

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Angriff der Indianer

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Die Krieger der Ute greifen Le Blanc und seine Kameraden an – ein fürchterliches Gemetzel. Die Überlebenden wissen: ihre Zeit am Treasure Mountain ist abgelaufen. Sie müssen eine Entscheidung treffen. Die Gruppe ist dezimiert, der Standort gefährdet und es drohen weitere Angriffe. Jetzt heisst es, die eigene Haut zu retten – und möglichst auch das Gold.

Doch die Gruppe ist zu klein, um die Goldbarren zum Missouri River zu bringen. Es gibt nur eine Lösung: sie vergraben das im Frühjahr abgebaute Gold an den bereits vorhandenen Verstecken, halten alles auf der Schatzkarte fest und versuchen, lebend aus dem Gebiet heraus zu kommen. Sie brechen das Lager ab und machen sich auf die über eintausend Kilometer lange Reise zurück zum Missouri River. Aber in Sicherheit sind sie trotzdem nicht.

Manchen Versionen der Legende nach ist es der Expedition gelungen, die Berge zu verlassen und in die südlichen Plains vorzudringen. Doch dort werden sie vom Stamm der Kiowa angegriffen. Die Folgen waren verheerend. Von den urpsrünglich mehreren hundert Teilnehmern waren jetzt gerade noch fünf Mann übrig. Le Blanc gehört zu den überlebenden. Mit den vier anderen setzt er den Weg gen Osten zum Missouri River fort. Doch ohne Pferde und Nahrungsmittel geraten sie in eine verzweifelte Lage. Sie haben kaum noch Ausrüstung und nicht viel mehr, als ein Hemd auf dem Leib.

Letztendlich erreichen nur Le Blanc und noch ein weiterer Mann den Aussenposten am Missouri River. Le Blancs Begleiter aber stirbt nur wenige Tage später. Und so ist der junge französische Journalist der einzige Überlebende der Expedition.

Was er dann tut, ist nicht sicher. Aber alle Versionen der Geschichte scheinen in einem Punkt einig: er fertigt Kopien seiner Schatzkarte an. Eine gibt er der französischen Regierung, eine seiner Familie.

Danach verschwindet er aus der Geschichte. Doch damit ist die Erzählung von der Suche nach dem geheimnisvollen Gold noch nicht zu ende. Auch der Fluch des Treasure Mountain wird noch weitere Opfer fordern.

Fünfzig Jahre später

Nur der Führer, Bernardo Sanchez, kommt mit dem Leben davon.

1840 trifft ein Franzose in einer kleinen Stadt im heutigen New Mexico ein. Der Legende nach kommt ein junger Mann, der die Legende vom Treasure Mountain kennt, nach Taos. Er gibt an, der Enkel von Le Blanc zu sein und will den Schatz erneut suchen. Der junge Franzose behauptet, er habe die Karte seines Grossvaters auf der die acht Hinweise zu den Stellen verzeichnet sind, an denen das Gold auf dem Treasure Mountain vergraben ist.

Le Blancs Enkel ist ein Fremder in einem fremden Land. Er hat zwar die Karte, aber er braucht Hilfe, um die Stellen zu finden. Einer Theorie zufolge engagiert er einen mexikanischen Führer namens Bernardo Sanchez, der ihn zum Treasure Mountain bringen soll.

Sanchez führt Le Blanc und seine französischen Arbeiter in die Berge. Es heisst, sie finden dort seltsame Markierungen: in Felsen geritzte Symbole der französischen Lilie. Und Steinhaufen. Die Zeichen entsprechen denen auf der Karte von Le Blancs Grossvater. Monatelang suchen sie das Gebiet ab, aber sie finden nichts. Dann ereilt sie erneut der Fluch des Treasure Mountain. Auch der junge Le Blanc wird vom Stamm der nordamerikanischen Ureinwohner beobachtet. Der Legende nach greifen die Krieger die Männer an. Le Blancs Enkel wird getötet. In seiner Jackentasche: die geheime Schatzkarte seines Grossvaters.

Nur der Führer, Bernardo Sanchez, kommt mit dem Leben davon. Doch die Suche nach dem Gold geht weiter – denn Sanchez hat ein Geheimnis: er behauptet, ein im Sterben liegender Franzose habe ihm einen Hinweis auf den Schatz gegeben. Er solle einen nur vorgetäuschten Grabhügel der Indiander finden, sich im September um sechs Uhr morgens darauf stellen und auf seinen Schatten achten. Genau unter seinem Kopf läge der Schatz.

Daraufhin sucht Sanchez jahrelang am Treasure Mountain nach diesem Grabhügel. Aber er findet ihn nicht. Doch dieser Hinweis spielt in der nächsten Phase der Suche eine ganz entscheidende Rolle.

Die Suche geht weiter

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Dreissig Jahre nach dem Tod von Le Blancs Enkel macht sich eine neue Gruppe Abenteurer auf den Weg, um das Rätsel zu lösen. In den 1870ern tauchen hochmotivierte Schatzjäger auf, echte Forscher – nicht nur bewandert im Graben, sondern auch in der historischen Recherche. Und bei einem dieser Schatzjäger taucht auf einmal die Karte von Le Blanc wieder auf. Sein Name ist angeblich William Yule.

Yule verbringt seine Tage damit, in den nahe gelegenen Tälern und Bergen herumzustreifen. Er sucht die acht Hinweise, die auf der zerfledderten Karte verzeichnet sind. Und den Standort des geheimnisvollen Grabhügels. Auch ein Golsucher Namens Asar Poor erfährt von seiner Suche. Dieser Mann lässt sich keine Chance entgehen. Der erfahrende Goldsucher geht in die Wildnis, sieht sich die verschiedenfarbigen Felsen an – und findet direkt Gold. Er weiss einfach, wie es geht, ist gerissen, intelligent und geht jeder günstigen Gelegenheit nach. Als Poor erfährt, das Yule nach einem unechten Grabhügel sucht, der auf einen legendären Schatz verweist, ist er hellwach – denn er hat einen Hügel gefunden, der genau zu Yules Beschreibung passt.

Die beiden Goldsucher werden Partner. Und tatsächlich entdecken sie mehrere Hinweise der Karte in den Bergen: Bäume und Steine, in die die französische Lilie eingeritzt ist. Die Stellen entsprechen der Karte. Jetzt haben sie eine heisse Spur zu diesem Schatz. Poor führt sie zu diesem unechten Grab. Wie die Legende anweist, stellt sich einer der beiden um sechs Uhr morgens auf den Hügel und wirft einen Schatten auf den Boden. Sie beginnen an der Stelle zu graben, wo der Schatten des Kopfes hinfällt. Immer tiefer und tiefer. Sie graben und graben und finden – absolut nichts.

Ist das vielleicht der falsche Hügel? Oder ist Yules Karte eine Fälschung? Das glauben sie beide nicht. Sie wissen, sie müssen ganz neu an die Sache herangehen.

Auf der nächsten Seite: der geheimnisvolle Mann

Poor gibt nicht auf

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Poor meint, sie sollten es mit Wünschelruten versuchen, einem Gerät, das man damals kaufen konnte, um Erze aufzuspüren. Die Wünschelrute führt die beiden an eine Stelle etwa drei Kilometer entfernt von dem unechten Grabhügel. Sofort fangen sie an, zu graben. Der Legende nach graben sie mehr als einen Meter tief, als der Boden plötzlich nachgibt. Sind sie auf einen Eingang zum Versteck der Goldbarren gestossen? Poor steigt in die Öffnung hinab – und findet sich in einem eindeutig von Menschen angelegten Tunnel.

Er kriecht den ganzen Schacht hinab und sucht im Dunkeln nach dem Schimmern von Gold. Er arbeitet sich bis zum Ende des Ganges vor. Doch er stellt fest: die Kammer ist leer. Ohne weitere neue Spuren brechen sie die Suche ab. Sämtliche Ersparnisse hatten sie für das Vorhaben aufgewendet. Jetzt waren sie pleite, erschöpft und enttäuscht. Sie gaben auf.

Der geheimnisvolle Fremde

Zurück in der Gegenwart. 120 Jahre später behauptet der geheimnisvolle Fremde, mit dem O’Brian sich in einem Diner trifft, seine Schwiegereltern wären Nachfahren des ersten Le Blanc, der die Expedition in den 1790ern überlebt hatte. Diese Aussage kann er sogar unterstützen. Er nimmt seine Brieftasche und holt ein seidenartiges, sehr altes und zerschlissenes Stück Stoff heraus. Er entfaltet es vorsichtig. Es ist eine handgezeichnete Karte, die angeblich zum Schatz führt. O’Brian hält sie für genau jene Karte, die Le Blanc in den 1790ern gezeichnet hat.

O’Brian sieht sich die Karte an. Sie scheint auf Berge und Flusssysteme hinzuweisen. Es sind grobe Schriftzüge darauf. Lange darf er sie nicht anschauen, doch sie wirkt überzeugend auf ihn, weil sie sehr alt aussieht. Neben den topographischen Informationen gibt es acht seltsame Markierungen: dem Mann zufolge Hinweise auf den Standort des Schatzes. Die acht Symbole bestehen u.a. aus einem Paar Stiefel, einem Kelch, Bergen und einer Art Kreuz.

Der mysteriöse Mann teilt O’Brian mit, seine Schwiegereltern hätten bereits sieben der acht Hinweise gefunden. Und er glaubt, kürzlich das achte entdeckt zu haben.

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1993, Del Norte, Colorado – etwa 60 Kilometer nordwestlich vom Treasure Mountain. Der geheimnisvolle Mann jagt Rothirsche in den Wäldern. Als es zu regnen beginnt, sucht er Schutz unter einem Felsvorsprung. Hinter einem Gestrüpp entdeckt er eine Öffnung von etwa einem Meter Durchmesser. Er zwängt sich hindurch und befindet sich plötzlich in einem Gang. Er folgt ihm in die Tiefe, etwa sechs Meter in den Berghang hinein. Dort wird der Gang durch einen Felseinbruch versperrt.

Er leuchtet mit seiner Taschenlampe auf die feuchten Wände. Und als er auf die Wand neben der Einbruchstelle sieht, entdeckt er einen auf die Wand gezeichneten Kelch. Das war das fehlende der insgesamt acht Symbole, die seine Familie über Generationen hinweg gesucht hatte. All seine Gedanken kreisen nun um die Chance, das verlorene Gold zu finden.

Licht ins Dunkel

Doch die nächsten Minuten werden zu den schrecklichsten ihres Lebens.

Die Geschichte hat jedoch einen Haken: die Berge von Del Norte, wo er den Hinweis gefunden hat, sind über 60 Kilometer vom Treasure Mountain entfernt.

Haben die Schatzsucher bisher an der falschen Stelle gesucht? Eine Erklärung könnte beide Geschichten zusammen bringen: Del Norte liegt direkt auf dem Weg, den Le Blanc und seine Leute auf der Flucht vor den angreifenden Ureinwohnern eingeschlagen haben. Vielleicht haben sie die Goldbarren, oder einen Teil davon, mitgenommen und, weil sie damit nur langsam voran kamen, das Gold in dieser Gegend vergraben. Möglicherweise hat die französische Expedition einen Teil – oder sogar alles Gold – bei Del Norte vergraben. Le Blanc hätte in diesem Fall neue Hinweise auf dem Gestein und auf seiner Karte angebracht.

Kurz nach seiner Entdeckung kehrt der geheimnisvolle Mann mit seinen Schwiegereltern zum Höhlengang zurück. Natürlich wollen sie das Symbol sofort in Augenschein nehmen. Der Grossvater geht in die Höhle, sieht sich das Zeichen an und bestätigt seinem Schwiegersohn, er habe das verlorene Zeichen gefunden.

Die Familie beginnt, die Einbruchstelle freizuräumen. Ihre Anstrengungen geben weitere dreieinhalb Meter des Durchgangs frei. Doch sie stellen fest, das der Tunnel noch tiefer in den Berghang hineinführt und ein offenbar absichtlich in den Weg gelegter Felsblock den Weg versperrt. Ist dahinter das Gold versteckt? Es dämmert bereits, aber mit Kerzen und Taschenlampen wollen sie noch einen letzten Versuch unternehmen, bevor sie wieder nach Hause aufbrechen.

Doch die nächsten Minuten werden zu den schrecklichsten ihres Lebens.

Auf der nächsten Seite: unheimliche Vorfälle

Unheimliche Vorfälle

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Sie gehen in den Tunnel und stellen die Kerzen dort in gleichen Abständen bis zum Felsblock auf den Boden. Gerade als die letzte Kerze steht, schnellt aus dem Nichts eine Schlange hervor und zischt sie drohend an. Als sie aus der Höhle laufen, fällt ein Schwarm Fledermäuse über sie her, greifen die Menschen im Sturzflug an. Ein höchst ungewöhnliches Verhalten für Fledermäuse. Die Familie ist völlig verängstigt.

Nach einiger Zeit kehrt wieder Ruhe ein. Sie zünden die erste Kerze am Eingang wieder an. Zum Entsetzen aller beginnt aber gleichzeitig auch die letzte Kerze in der Tiefe des Schachtes nahe dem Felsblock, zu brennen. Die Familie ist starr vor Angst. Wie kann sich eine Kerze von selbst entzünden? Aber das ist noch nicht alles. Kurz nachdem die letzte Kerze sich selbst entzündet hatte, flattert aus dem Dunkel eine grosse, weisse Eule hervor. Der riesige Vogel schiesst nur knapp über die Köpfe der Schatzjäger hinweg. Das gibt ihnen den Rest.

Die Familie wusste, das das Gold verflucht ist. Wurde sie von ihrem eigenen Aberglauben beeinflusst? Oder wachen geheime Schätze über den Schatz? Schamanische, uralte Mächte der Ureinwohner vielleicht?

Einigen Mitgliedern der Familie hat dieser Vorfall derart Angst gemacht, das sie nie wieder an diesen Ort zurückkehren wollen – egal, wieviel Gold dort vergraben wäre. Der geheimnisvolle Mann verrät O’Brian, das angeblich seit diesem Tag niemand mehr in der Höhle war, um das Gold zu holen.

Gibt es den Schatz vom Treasure Mountain wirklich und wartet er immer noch darauf, entdeckt zu werden? Oder wird es noch weitere Opfer geben, die auf der Suche nach ihm ihr Leben verlieren? Bis zum heutigen Tag hat niemand einen Schatz gefunden, der der Legende vom Treasure Mountain entspricht.

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Seltsam? Aber so steht es hier geschrieben... Ihr habt Fragen, Anregungen oder vielleicht sogar eine völlig andere Meinung zu diesem Artikel? Dann postet einen Kommentar.

Mike vom Mars Blog - mike-vom-mars.comAutor: Mike vom Mars
Mike emigrierte vor einigen Jahren von seinem Heimatplaneten auf die Erde, um das Leben am wohl seltsamsten Ort des Universums zu studieren. Seiner Bitte "bringt mich zu eurem Führer" wurde bisher nicht entsprochen.

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