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Die unheimliche Gabe des Alois Irlmaier

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Der Mörder im Leichenzug

„Na, na, der hats ned umbracht, des war ein anderer, teats mir des andere Bildl her.“

Ein anderer, sehr bezeichnender Fall passierte schon vor längerer Zeit, als in Stuttgart eine Frau ermordet aufgefunden worden war. Da ihr Mann nicht eben eine glückliche Ehe geführt hatte, entstand der Verdacht, daß er die Gattin ermordet habe. Die Untersuchung setzte mit aller Schärfe ein, trotzdem der Mann in höchster Erregung seine Unschuld beteuerte. Eine Vernehmung folgte der anderen und trieb den Verdächtigen an den Hand der Verzweiflung. Schließlich machte er dem Untersuchungsrichter den Vorschlag, man möge doch den Hellseher Irlmaier von Freilassing beiziehen, dann werde sich seine Unschuld schon herausstellen.

Die Kriminalpolizei ging auf den Wunsch des geplagten Mannes ein und so fuhren eines Tages zwei Beamte mit dem Manne nach Freilassing zu dem Hellseher. Ein Freilassinger Polizist und die zwei Stuttgarter gingen zu Irlmaier hinein, der Verdächtige mußte draussen warten. Dann wurde dem Brunnenmacher das Bild des Ehepaares vorgelegt mit der Frage, ob der Mann seine Frau umgebracht habe.

Sofort sagte Irlmaier: „Na, na, der hats ned umbracht, des war ein anderer, teats mir des andere Bildl her, des ihr noch dabei habts!“ Tatsächlich hatte der eine Kriminalbeamte noch ein zweites Bild in seiner Mappe, eine Fotografie des Leichenzuges, als die Ermordete unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen wurde. Plötzlich deutete Irlmaier auf einen Mann im Leichenzug und sagte: „Der da is gwen, der hats umbracht. Er hat ihren Schmuck gstohln, an Ring und an Fotoapparat, aber des hätts scho rausbringen können, ihr habts ja a Schreiben daheim, da stehts drauf. Der hat einer andern Frau was gschenkt von dem gstohlnen Zeug, zu dera gehts hin, na dawischts n, den Richtigen.“

Als die Beamten wieder nach Stuttgart kamen, berichteten sie dem Untersuchungsrichter, was Irlmaier gesagt hatte. Bei genauer Durchsicht der Akten fand sich ein Brief ohne Unterschrift vor, in dem eine Frau verdächtigt wurde wegen des Besitzes eines wertvollen Ringes. Es stellte sich heraus, daß dieser Ring Eigentum der Ermordeten gewesen war, der richtige Mörder hatte ihn seiner Geliebten verehrt. Er wurde verhaftet und gestand sein Verbrechen. Und das Merkwürdigste: er hatte die Frechheit, am Leichenzug seines Opfers teilzunehmen und war auf dem Bild als der Vorletzte genau zu erkennen, eben an dem Platz, wo Irlmaier hingedeutet hatte.

Die gestohlenen Rohre

Das war damals nach dem Kriege als das Geld nichts und die Sachen alles wert waren. Daß zu jener Zeit alles gestohlen wurde, was nicht angenagelt war, ist eine bekannte Geschichte. Da hat einer, auch im Chiemgau ansässig, Rohre gelegt und hat sich wie ein Schneekönig gefreut darüber -bis sie nicht mehr da waren.

Er trifft den Irlmaier Alois, der seine kurze Pfeife raucht und grad zum Brunnengraben ausrücken will. Da entwickelt sich folgendes Gespräch: „Alois, denk nur, grod hot ma so a Hundsbazi mei schöna Rohr gstoin, fürt sans! Suacha konn i woi i wui, i finds nirgends mehr. Konnst ma net sogn, wo, i suacha soit?“ — „Des. konn i scho“, sagt der Irlmaier, „jetzt gehst zum X in sein Stadel hinein, da steht a Wagen drinn und auf den Wagen san Scheiter aufglegt, a ganze Fuhr. Und wennst des Holz abgladn hast, na liegen Deine Rohr da. Pfiat Di!“

Der Bestohlene besann sich nicht lang, holte sich als „Schutzengel“ schnell noch einen Polizisten und auf gings in die Scheune von X. Da stand richtig ein Wagen hochbeladen mit schönen Scheitern. Trotz des heftigen Protestes des Besitzers wurde das Holz abgeladen und siehe da, die schönen Rohre, die neuen Rohre, kamen tief am Boden versteckt zum Vorschein.

Der Stundenplan für den Berliner

„Am nächsten Montag zwischen 12 und 4 Uhr gehst über die Grenz. Wennst früher oder später gehst, dann schnappens Dich.“

Das war Anfang 1948, als ein junger Mann beim Irlmaier auftauchte. Er kam von Berlin und hieß Th. Als ehemaliger SS-Mann tat er sich besonders hart und wußte sich keinen Rat. Also ging er zum Brunnenmacher. Der schaute ihn eine Zeitlang an, dann sagte er:

„Du bist lang eingsperrt gwen, eins, zwei, drei Stricherl, drei Jahr bist eingsperrt gwen, hast aber niemand was getan. Darum helf i Dir! Du möchst ins Österreichische und das wird auch Dein Vorteil sein. Dei Frau ist in Oesterreich begraben. Du lernst eine andere Frau, eine Witwe in S. kennen, die verschafft Dir Papiere und schließlich wirst Du sie heiraten, dann gehts Dir gut, Du kriegst wieder mehr zu essen. Deine erste Frau hat so und so ausgesehen, sie wurde krank. Ihre Krankheit wurde nicht erkannt und darum mußte sie sterben. Siehgst, da steht’s neben Dir und lächelt traurig.

Jetzt paß auf, was ich Dir sag! Am nächsten Montag zwischen 12 und 4 Uhr gehst über die Grenz. Wennst früher oder später gehst, dann schnappens Dich. Nach 4 Uhr nachmittags möcht Dich ein österreichischer Grenzer verhaften. Dann mußt von Deiner Militärzeit erzählen, dann läßt er Dich wieder laufen, das ist um 4 Uhr 12 Minuten, weil ich Deine Uhr sehe. Also folg mir und jetzt pfuat Di Gott. Bet für Dei Frau! “

Die Anweisung Irlmaiers wurde genau befolgt. Der Berliner ging bei Seh. über die Grenze, da kam ein österreichischer Zöllner daher und fragte ziemlich barsch nach den Papieren. Der Berliner sagte blank weg: „Ich hab keinen Grenzschein, aber ich war jetzt drei Jahre gefangen. Sie sind doch auch Soldat gewesen, ich möchte nur das Grab meiner Frau besuchen, die ist in X. begraben. Kamerad, hilf mir, ich will ja nichts Böses“. Da ließ sich der Gendarm erweichen und ließ Th. laufen. Der schaute auf die Uhr, es war 4 Uhr 12 Minuten.

Froh wanderte der Berliner weiter und es spielte sich dann alles genau so ab, wie lrlmaier es vorausgesehen hatte. Er traf in N. über der Grenze die Witwe und fand bei ihr ein Heim, wie er mir später erzählte.

„Die Bomben tun euch nichts“

So um 1944, als die Zerstörung der Städte durch Bombenangriffe immer mehr zunahm, war der Freilassinger Hellseher einmal zu Besuch bei einem Verwandten. Natürlich drehte sich das Gespräch um den Krieg und die immer häufigeren Alarme. In dem kleinen Städtchen war eigentlich nur ein einziger absolut sicherer Unterstand. Ein Nachbar, der bei der Anwesenheit Irlmaiers auf einen kurzen „Ratsch“ beim Nachbar war, meinte:

„Wo wir hinrennen sollen, wenns einmal richtig kracht, das weiß ich nicht.“ Da sagte Irlmaier: „Du kannst ruhig in Deinem Haus bleiben, da passiert gar nichts. Aber in der und der Gegend wird fast alles zusammengeschlagen, da gibts auch Tote genug. Da fallen zweimal die Bomben. Euch tuts nichts.“

Infolge dieser Voraussage blieb K. bei allen Fliegeralarmen in seinem Haus und als dann wirklich gegen Ende des Krieges zwei schwere Angriffe erfolgten, wurde tatsächlich nur jene Gegend, die Irlmaier bezeichnet hatte, schwer von‘ den Bomben getroffen und es gab viele Tote.

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