Gesellschaftskritik

Zu blöd zum Kochen, oder was?

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Geschätzte Lesedauer: 8 Minuten.

Sind wir zu blöd zum Kochen? Sich gut zu ernähren ist eigentlich kinderleicht -wenn uns da nicht die umtriebige Nahrungsmittelindustrie einen Strich durch die Rechnung machen würde. Selber kochen wäre ja angeblich so umständlich. Und teurer. Stattdessen sollen wir doch bitte Fertigpampe essen. Nicht einmal in Restaurants wird meist noch selbst gekocht, und sogar das Stillen unserer Kinder wurde uns von der Industrie abgenommen. Müssen wir uns also von der Wiege bis zur Bahre nur noch von Pampe ernähren?

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Undefinierbare Pampe

Nachdem ich die Nachbarskinder mit einem Eis in der Hand erwischt hatte, wollte ich die Gunst der Stunde einmal nutzen. „Wisst ihr, was in so einem Eis alles drin ist?“ wollte ich wissen. „Klar! Eis natürlich.“ kam es zurück. Aber mehr konnten sie dazu auch nicht sagen. Ich nahm ihnen ein Wassereis aus der Hand und las ihnen die appetitliche Zutatenliste vor: „Guarkernmehl“, „Glukosesirup“, „Aromastoffe“, natürlich viel, viel Zucker und: Algen!

Das in ihrem Eis Algen stecken, fanden die Mädels natürlich etwas eklig. Mich selbst schockiert aber etwas anderes: wie wenig Kids heute eigentlich über Ernährung und richtiges Einkaufsverhalten wissen. Lernt man denn heute gar nichts sinnvolles mehr in der Schule? „Was man im Supermarkt bekommt, wird schon gesund sein“, scheinen die meisten zu denken. Und das trifft nicht nur auf Kinder zu. Was soll man von einem Kumpel halten, der genüsslich eine Tütensuppe schlürft und dabei meint: „Hmmm, schmeckt wie bei Muttern.“

Was das wohl über die Kochkünste seiner Mutter sagt…

Haben wir wirklich unseren gesunden Menschenverstand nach siebzig Jahren Konsum und Kapitalismus an der Garderobe abgegeben? Ist uns inzwischen so völlig egal, was wir da alles mit der Fertigpizza, dem Mikrowellengericht und der Fastfood Pasta in uns reinschaufeln? Wundert sich überhaupt noch jemand darüber, warum so viele Menschen immer mehr Allergien entwickeln, von denen damals niemand etwas gehört hat? Warum so viele Menschen Hautprobleme oder Verdauungsbeschwerden haben?

„Für’s Auto darf’s nur das beste Motoröl sein, aber selbst fressens jeden Dreck in sich nei!“

Es ist anscheinend genau so, wie der Fernsehkoch Alfons Schuhbeck immer poltert: „Für’s Auto darf’s nur das beste Motoröl sein, aber selbst fressens jeden Dreck in sich nei!“. Recht hat er. Wir kaufen die teuersten Cremes, legen Wert auf gute Klamotten, lassen uns Haarpflege viel kosten -aber was wir essen, also direkt in uns aufnehmen, was uns entweder von innen stärkt -oder eben auch krank macht und im schlimmsten Fall sogar umbringt- ist vielen anscheinend völlig egal!

Die Fähigkeit, unsere Nahrung selbst zu erjagen, haben wir schon lange verloren. Aber was soll man von Lebewesen halten, die sich ihr Essen noch nicht einmal selbst zubereiten können? Gibt es da überhaupt noch eine Steigerung? Hilfe beim Kauen vielleicht? Man denkt unwillkürlich an den urbanen Mythos vom alten Mann, der verhungern musste, nachdem seine Frau starb, weil er in seinem ganzen Leben nicht gelernt hatte, wie man sich selbst ein paar Eier in die Pfanne haut. Würde es ein neues Massensterben geben, wenn Pizza Hut oder McDonald’s pleite machen? Gibt es überhaupt noch Eltern, die ihren Kindern beibringen, für sich selbst zu sorgen? Lernen jugendliche eigentlich überhaupt noch etwas sinnvolles und praktisches ausser zu konsumieren und wie man seinen Bachelor macht?

Dabei kann gute, bewusste Ernährung so einfach sein! Das Geheimnis ist so simpel, das man keine Nährstofftabellen dafür braucht, keinen Ernährungsberater und kein Punktesystem.

Ganze Heerscharen von Nahrungsmitteldesignern leben heute davon, künstliche Produkte für den kochfaulen Deutschen zu entwickeln. Selbstverständlich müssen die Zutaten dabei möglichst billig (und oft auch ekelhaft) sein, da man sonst -vor allem beim Verkauf über die Discounter- so gut wie keinen Gewinn mehr macht. Den künstlichen Geschmack und das undefinierbare Aussehen der Fertiggerichte letztendlich gekonnt zu verstecken ist dann Sache der Werbeabteilung. Haltbarkeit ist natürlich auch wichtig, damit das Zeug so lange wie möglich im Regal stehen kann. Dafür gibt es ja viel nützliche Chemie -oder man haut die Pampe einfach so mit „natürlichen Konservierungsmitteln“ wie Salz oder Essig voll, das man ausser selbigen gar nichts anderes mehr herausschmeckt.

Und es gibt wirklich Leute, die so etwas essen? Die sich einen Fertigfleischsalat kaufen und ihnen überhaupt nicht auffällt, das sie fast nur auf Essig herumkauen oder das die Fertigpizza nur aus geschmacksneutralem Analogkäse, Presstomatenbelag und viel, viel Fett als Geschmacksträger besteht? Haben diese Menschen niemals im Leben etwas gut gekochtes essen dürfen, so das sie den Unterschied gar nicht mehr bemerken?

Was ist denn nun das Geheimnis guter Ernährung? -Das erfahrt ihr gleich auf der nächsten Seite.

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