Gesellschaftskritik

Die Top 10 der menschlichen Dummheiten

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5 Dumm… dümmer… Drogen.

Seit vier Jahrzehnten wird jedes Kind bei uns nun schon bereits in der Schule darüber aufgeklärt, was Drogen anrichten: von körperlichem Zerfall, über die Degeneration des Gehirns, lebenslangen Psychosen, Geisteskrankheiten bis hin zu vergammelten Zähnen. Das Gehirn eines dauerkiffenden zwanzigjährigen entspricht dem eines 65-jährigen Rentners. Auch das viele Drogen schon mit der ersten Einnahme zu einer lebenslangen Abhängigkeit führen können, sollte sich mittlerweile bis zu jedem Kind herumgesprochen haben.

Nun könnte man meinen, das jedes vernunftbegabte Wesen damit genug Fakten auf der Hand hat, um „Nein“ zu sagen, wenn der „beste Freund“ damit ankommt und um freundliche Beachtung bittet. Falsch gedacht. Denn immer noch gibt es tatsächlich Menschen, die neugierig Heroin, Crack, Meth, Krokodil oder andere Drogen nehmen und sich damit quasi mit einem Wimpernschlag in einen lebenslangen Teufelskreis aus Prostitution, körperlichem Verfall und Kriminalität begeben.

Sicher, Aufklärung ist wichtig – und tatsächlich finden sich Ländern, in denen bereits in der Schule über die Wirkung chemischer Drogen unterrichtet wird, weniger Abhängige. Aber es gibt noch einen weiteren triftigen Grund für Menschen, Drogen zu nehmen, selbst wenn es ihr Verstand eigentlich besser wissen müsste: das Belohnungssystem im Gehirn, dessen Hauptbotenstoff das Dopamin ist.

Menschen, bei denen dieses Belohnungssystem deutlich ausgeprägter ist, besitzen eine vielfach höhere Anfälligkeit für Drogen. Allerdings zeigen Studien auch, das bereits die Erziehung im Kleinkindalter hier ausschlaggebend ist: wer bereits als Kind immer gleich eine Belohnung erhält, entwickelt die Einstellung, das man im Leben für alles postwendend belohnt werden sollte. Wer sein Kind dagegen nach dem Prinzip des Belohnungsaufschubs erzieht, gibt ihm damit eine mächtige Waffe im Kampf gegen die Drogensucht mit auf den Weg.

4 „Wir sind arm -komm, lass uns Kinder machen.“

Im Tierreich gibt es eine goldene Regel: sind die Lebensbedinungen einer Spezies nicht optimal, nimmt die Population dementsrechend ab. Mitunter entwickeln einige Arten sogar Kannibalismus, um sich selbst wieder auf eine vernünftige und dem Lebensraum angepasste Anzahl zu dezimieren.

Der Mensch scheint diese Regel aber für sich umgeschrieben zu haben in „Schatz, wir sind arm. Komm, lass uns Nachwuchs zeugen“. Macht Armut etwa geil? Ist sie gut für die Libido? Oder poppt man gar aus Langeweile? Vielleicht weil man sich keinen Fernseher leisten kann und Halma auch mal irgendwann langweilig wird?

Als Hauptgrund für den Kinderreichtum in armen Regionen wird gerne immer wieder angeführt, das dort, wo Kinderarbeit noch üblich (und erlaubt) ist, diese dann ja für das Überleben der Familie sorgen würden. Aber wie kann das funktionieren? Ein Kind müsste dann ja nicht nur gänzlich für seine eigene Ernährung, Kleidung und Unterbringung aufkommen, sondern darüber hinaus auch noch genug Überschuss erwirtschaften, damit die Eltern von seiner Arbeit profitieren können. Das ist absurd.

Auch daran, das man sich keine Verhütungsmittel leisten könne, kann es eigentlich nicht wirklich liegen. Verhütet wurde bereits im Alten Rom. Schon von jeher kennt der Mensch – mehr oder weniger erfolgreiche – Mittel und Wege, Schwangerschaften zu verhindern. Bei den Zulu, einem afrikanischem Volksstamm, taucht man sein Gehänge einfach vor der Fortpflanzung in sengend heisses Wasser. Das mögen die Spermien offenbar überhaupt nicht. Verhütung wird also nicht das grosse Geheimnis sein.

Vielleicht macht Armut aber doch geil. Studien belegen, das die Libido in industrialisierten Ländern am geringsten ist. Stress, Verkopfung, eine unnatürliche Lebensweise, soziale Vereinsamung, die Abkehr von Geschlechterrollen und die daraus folgende Verunsicherung zwischen den Geschlechtern, ein abwechslungsreicheres Freizeitangebot – all das scheint in „höher“ entwickelten Ländern die Lust an der Fortpflanzung deutlich zu verringern.

Vielleicht wird ja umgekehrt ein Schuh draus: nicht „Armut macht geil“, sondern eher: „Wohlstand macht impotent“ – man hat eben einfach besseres zu tun, als zu schnackseln.

3 Wohnen im Nichts.

Ja, es gibt sie überall: Menschen, die dort wohnen, wo man eigentlich nicht wohnen kann: in einer Eiswüste, der Sahara, einer Geröllebene, in der nur einige karge Büsche aus dem Boden kriechen. Und irgendwie scheinen Menschen sich an fast jede Umweltbedinung anpassen zu können. Warum schön leben, wenn’s auch beschwerlich geht?

Aber man sollte dieses Wanderverhalten schon einmal hinterfragen. Was bitte treibt Menschen dazu an, sich dort niederzulassen, wo es nichts, aber auch wirklich gar nichts gibt? Als wir Kinder waren, zelteten wir niemals ausser Reichweite einer Quelle, eines Baches oder eines Flusses. Schliesslich möchte man keine fünf Kilometer laufen, um sich morgens zu waschen oder Wasser zu holen. Diese Regel scheinen viele Menschen aber nicht unbedingt zu beachten. Man findet menschliche Behausungen noch in Gegenden, neben denen selbst der Mars als Wellness-Resort durchgehen könnte.

Gut, man könnte sagen, wer in solch einer Gegend geboren wird, könne ja nichts dafür. Aber was bitte trieb seine Vorfahren an, sich dort niederzulassen? Man stelle sich eine wandernde Schar von einigen hundert oder tausend Menschen vor, die durch eine Wüste wandern. Bleibt dann der Oberfuzzi irgendwann stehen, zeichnet ein X mit seinem Stab in den staubigen Sand und sagt „Hey, hier ist’s schön. Hier bleiben wir und wer das anders sieht krieg eins in die Fresse“?

Und warum zieht man dann nicht einfach mal weg, wenn sich herausstellt, das der Oberfuzzi absolut kein Talent für Standortwahl hatte? Ist es Gewohnheit? Schicksalglaube? Religion (siehe Platz 1)? Oder einfach nur Trägheit? Bei uns hier in Europa gilt es schon als Umzugsgrund, keinen vernünftigen Kindergarten in Reichweite zu finden. Wenn wir dann auch noch fünf Kilometer zur nächsten Wasserquelle laufen müssten, stünde noch am selben Tag der Umzugswagen vor der Tür.

2 Natürliche Selektion: Beim Menschen pausiert.

Schon Darwin erkannte: damit eine Spezies möglichst gesund bleiben und sich gut an seinen Lebensraum anpassen kann, müssen sich die richtigen Partner zur Fortpflanzung finden. Oberstes Gebot: gesunde Gene.

Beim Menschen scheint dies allerdings keine sehr hohe Priorität zu haben. Hier wird als Grund für die Wahl des jeweiligen Partners meist nicht angegeben, das man diesen vorher intensiv nach eventuellen Erbkrankheiten befragt hat, sondern eher etwas wie „Sein Lächeln gefällt mir“ oder „Ich finde ihren Bauchnabel so sexy“. Wenn der Nachwuchs dann also bereits mit dreissig an einer Herzschwäche stirbt, kann man sich immer noch damit trösten, das er wenigstens ein schönes Lächeln und einen anziehenden Bauchnabel hatte.

Der häufigste Grund für die dümmliche Partnerwahl in westlichen Ländern ist es mittlerweile auch nicht mehr, wirtschaftlich versorgt zu sein, sondern einfach nur die Unfähigkeit oder der Unwille, allein zu leben. „Boah, is ja voll langweilig ey!“ – also her mit dem oder der nächstbesten Fleischsack. Wer will sich schon nur mit sich selbst abgeben?

Oh, da gibt es ja auch noch das, was Menschen „Liebe“ nennen. Betrachtet man aber jene Fälle genauer, fällt auf, das es meist gar nicht „Liebe“ ist, was Menschen zusammen bringt (oder gar hält), sondern eher ein wirrer Mischmasch aus nicht-allein-sein-können, körperlicher hormoneller (und somit flüchtiger) Anziehung, verbunden mit Besitzdenken, dem Wunsch, von jemandem bewundert zu werden und dem schönen Gefühl, auf der Jagd eine ordentliche Trophäe ergattert zu haben.

Wenigstens ist beim Mann die Sache klar – denn hier verhält sich das Menschenmännchen genau so wie seine tierischen Brüder: oberstes (und eigentlich auch einziges) Ziel ist es nach wie vor, das eigene Sperma möglichst breit gestreut in der Gegend zu verbreiten. Das das allerdings noch keine Garantie für die Qualität desselben darstellt, sollte dem Weibchen eigentlich klar sein.

Auf der nächsten Seite: unser Platz 1 der Top 10 der menschlichen Dummheiten:

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