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Toxoplasmose – Der Zombie Parasit

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Infizierte Männer neigen zu Wutausbrüchen

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Frühere Untersuchungen hatten ergeben, dass Toxoplasma gondii das Nervengewebe im Gehirn befällt und mit Krankheiten wie Schizophrenie, bipolaren Störungen und Selbstmordgedanken im Zusammenhang steht.

Daran knüpften Chicagoer Wissenschaftler an. Sie untersuchten 358 US-Bürger als Probanden, von denen ein Drittel an „Pathologischer Jähzornigkeit“ (so der Fachbegriff für die plötzlichen Aggressionsschübe) litt, ein weiteres Drittel an anderen psychischen Störungen. Letztere dienten als Kontrollgruppe, um den Jähzorn von anderen Leiden abzugrenzen. Die Versuchspersonen im restlichen Drittel waren psychisch gesund.

Tatsächlich ergaben Blutanalysen und andere Tests, dass doppelt so viele jähzornige Patienten mit dem Parasiten in Kontakt gekommen waren als gesunde Probanden. Die Raten der Gruppe der psychisch Kranken lag dazwischen. Doch die Störung der Impulskontrolle – sie wurde nach einem Punktesystem gemessen – war bei den Jähzornigen weit stärker ausgeprägt als in den beiden anderen Gruppen, deren Probanden sich kaum unterschieden.

Insgesamt erwiesen sich positiv getestete Versuchspersonen in allen Gruppen als deutlich aggressiver und impulsiver als diejenigen mit einem negativen Testresultat.

„Unsere Arbeit deutet darauf hin, dass latente Infektionen mit Toxoplasma gondii die Gehirnchemie in einer Weise ändern können, dass die Wahrscheinlichkeit für aggressives Verhalten steigt“, erklärt Studienleiter Emil Coccaro. „Wir wissen aber nicht, ob dieser Zusammenhang kausal ist, denn nicht jeder mit einem positiven Testergebnis bekommt Wutanfälle.“

Um dies herauszufinden, bedürfe es aber weiterer Studien.

Ähnlichkeiten mit Syphilis

Die „Manipulations-Hypothese“ am Beispiel der Toxoplasmose ist aber kein Einzelfall in der Natur. Das Syphilisbakterium, das bei sexuellen Kontakten übertragen wird, sorgt zum Beispiel dafür, dass sein Wirt sexuell aktiver wird. Um so seine Weiterverbreitung zu sichern. Und der Saugwurm Euhaplorchis californiensis manipuliert Fische so, dass sie an die Oberfläche schwimmen und dort so lange mit Zappeln auf sich aufmerksam machen, bis der Endwirt, ein Vogel, sie bemerkt und frisst. Der kleine Leberegel etwa bringt Ameisen dazu, sich über Nacht an den Spitzen von Grashalmen festzuklammern. So werden sie morgens leichter von weidenden Schafen oder Rindern gefressen, in deren Körpern der Parasit sich vermehren kann.

Diese Vermutung birgt Sprengkraft, sie könnte das Bild des Menschen auf den Kopf stellen. Haben neueste Studien recht, dann steuern mikroskopisch kleine Lebewesen unser Verhalten mit. Diese Vorstellung ist auch für viele Wissenschaftler schwer zu akzeptieren.

Könnte es einem mutierten Toxoplasmoseparasiten eines Tages gelingen, die Menschheit zu versklaven? Unheimlich ist dieser Gedanke schon jetzt – denn wir können nicht völlig ausschliessen, das einige derzeit beobachtete Verhaltensweisen und psychische Erkrankungen bei vielen Menschen direkt oder indirekt durch diesen Parasiten initiiert werden.

Die genauen biochemischen Abläufe, die zu dieser Fernsteuerung führen, sind noch nicht eindeutig geklärt. Nachweisen kann man nur, dass der Testosteronspiegel bei infizierten Männern immens ansteigt, während er bei Frauen im gleichen Maß sinkt. Ein Verkehrsrowdy, drängelt, hupt oder schimpft kann vielleicht gar nichst für sein unverschämtes Verhalten – sein Gehirn könnte schlicht fremdgesteuert sein. Womöglich haben sich darin Parasiten der Art Toxoplasma gondii eingenistet und stiften nun neuronales Chaos.

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Quellen: geo.de, swr.de, spiegel.de, focus.de

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