Gesellschaftskritik

Die Korruption des Donald J. Trump (Teil 2)

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Erst Krypto-Kritiker, dann Krypto-Abzocker

Mit Kryptowährungen nahm Trump 2025 1,4 Milliarden USD ein.

Trumps Einnahmen durch Bibel-Verkäufe sind allerdings vernachlässigbar, wenn man es mit seinen Geschäften mit Kryptowährungen vergleicht: damit nahm er im vergangenen Jahr rund 1,4 Milliarden Dollar ein. Bei Kryptowährungen handelt es sich um digitale Zahlungsmittel. Transaktionen werden dabei auf einer sogenannten Blockchain erfasst, eine Art digitalem Kassenbuch, die bekannteste Kryptowährung ist der Bitcoin.

War Trump in seiner ersten Amtszeit noch ein ausgesprochener Krypto-Kritiker, ist er nun selbst in der Branche aktiv. Hunderte Millionen Dollar verdiente er alleine mit einem sogenannten „Meme-Coin“. Meme-Coin sind Spekulationsobjekte ohne praktischen Nutzen. Diese Kryptowährungen greifen oft Trends aus dem Internet oder der Pop-Kultur auf. Und so kam Anfang 2025 eine digitale Münze mit dem Namen des US-Präsidenten auf den Markt. Trump forderte die Menschen direkt zum Investieren auf, etwa mit einem Posting auf seiner Plattform Truth Social.

Kritiker warfen dem Präsidenten vor, so künstlich die Nachfrage nach seiner eigenen Kryptowährung anzukurbeln. Außerdem könne man sich so Zugang zum mächtigsten Mann der Welt erkaufen. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren sprach sogar von einer „Orgie der Korruption“. Ein chinesischstämmige Unternehmer, Justin Sun, sorgte mit Millionen-Investments in Trumps Krypto-Geschäfte für Schlagzeilen. Später wurde ein Verfahren wegen Betrugsvorwürfen gegen ihn erst ausgesetzt und dann gegen Geldzahlung eingestellt – wie so oft.

Es bleibt die Frage: können Krypto-Investoren Einfluss nehmen auf Trump? Diesem Vorwurf trat seine Sprecherin Caroline Levitt entgegen. Der Präsident habe „nur die Interessen der Bevölkerung im Blick“ und sei „darauf fokussiert, das Beste für das Land zu tun“.

Trump trieb seine eigenen Fans in den Ruin

Tausende verloren ihre gesamten Ersparnisse.

Dafür, dass Trump für die Kryptowährung seinen Namen zur Verfügung stellt, erhielt er Lizenzgebühren. Er hat also auch bei sinkenden Kursen Geld verdienen können – im Gegensatz zu seinen Opfern, die mit dieser Kryptos oft ihr gesamtes Erspartes verloren haben. Laut Einkommenserklärung nahm Trump vergangenes Jahr mit den digitalen Münzen allein rund 630 Millionen Dollar ein. Bei den Anlegern gab es fast eine Million Konten mit Verlusten von insgesamt mehr als 3,8 Milliarden Dollar, laut der Analysefirma Nansen!

Wie schmerzhaft das zum Teil sein konnte, darauf wies der demokratische Senator Richard Blumenthal hin: „Trumps Profite sorgten für Opfer. Korruption hat ihren Preis. Und die Folgen für diese Menschen waren verlorene Rentenansprüche,
aufgebrauchte Ersparnisse, Zwangsversteigerungen ihrer Häuser, Verluste, die ihr Leben grundlegend verändert haben“.

Der Senator machte mehrere Fälle öffentlich, etwa den eines Veteranen der zehntausende Dollar durch Investments in den Trump Coin und ein ähnliches Produkt, von dessen Ehefrau Melania verloren habe. Die Betroffenen wollten alle anonym bleiben. Und auch viele weitere Kleineinleger, die Geld mit Trumps Kryptocoin verloren haben, wollen nicht an die Öffentlichkeit.

Das Weiße Haus weist Anschuldigungen zurück, Trump habe sich an seinen Anhängern bereichert. Doch könnten ihre Verluste zu juristischen Konsequenzen für den US-Präsidenten führen? Kaum. Trump hat wichtige Aufsichtsbehörden und das Justizministerium ihrer Unabhängigkeit beraubt. Dort sollten die Menschen eigentlich Beschwerden einreichen können, um für den entstandenen Schaden Entschädigung zu erhalten. Aber Trump hat die Regierung so umgestaltet, dass er für all seine Betrügereien und das Ausnutzen der Bevölkerung nicht zur Verantwortung gezogen werden kann.

Die gesamte Trump-Familie steckt in diesem Sumpf

Auch sein Kumpel Steve Witkoff bereichert sich.

Trump ist auch über den MemeCoin hinaus im Bereich der Kryptowährungen aktiv.
Der Zentralbank untersagte er per Verordnung, einen digitalen Dollar zu entwickeln, der als staatlich organisierte Konkurrenz auftreten würde.
Stattdessen setzten die Vereinigten Staaten auf Lösungen von privaten Anbietern, auf sogenannte Stable Coins – Kryptowährungen, die eins zu eins an den Dollar gekoppelt sind und normalerweise kaum im Wert schwanken. Damit eignen sie sich viel besser für digitale Zahlungen im Alltag als etwa der Bitcoin, bei dem es oft stark auf und ab geht.

Für breite Kritik sorgt auch, dass Trump nicht nur als US-Präsident die Politik in dem Bereich beeinflusst, sondern als Unternehmer selbst mitmischt. Und zwar mit World Liberty Financial. Die Firma hat er gemeinsam mit seinen Söhnen gegründet.
World Liberty Financial gibt selbst einen Stable Coin heraus. Und nicht nur die Trump-Familie ist dort aktiv, sondern auch die seines Sondergesandten und Kumpels Steve Witkoff. Dieser ist unter anderem für „Friedensverhandlungen“ im Nahen Osten zuständig.

Nur Tage vor Trumps Vereidigung im Januar 2025 investierte ein Unternehmen, das von der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate kontrolliert wird, mehrere 100 Millionen Dollar in World Liberty Financial. Außerdem kaufte eine staatlich kontrollierte Firma aus den Emiraten dort Stable Coins in Milliardenhöhe. Das ist sicher nicht ohne Gegenleistung geschehen – denn nach dieser Transaktion haben die USA bei ihrem Exportverbot für leistungsstarke KI-Chips eine Ausnahme gemacht für die Emirate. Es gibt also ganz offensichtlich einen Zusammenhang mit den Krypto-Geschäften.

Das weiße Haus weist Vorwürfe wie diesen natürlich automatisch zurück. Doch die Demokraten haben schon angekündigt, nach den Zwischenwahlen für Repräsentantenhaus und Teile des Senats gegen Trump und dessen Familie Ermittlungen einleiten zu wollen. Dafür müssten sie bei den Midterms aber erst einmal einen Wahlerfolg erzielen. Aber sind offensichtliche Korruption und Einflussnahme überhaupt noch etwas, was Wählerinnen und Wähler soweit abschreckt? Halten sie das, was der US-Präsident dort macht, überhaupt noch für einen Skandal? Die Wähler könnten längst abgestumpft sein.

Erfolgsversprechender könnte es daher für die Demokraten sein, auf Themen wie die gestiegenen Lebenshaltungskosten in den USA zu setzen. Denn anders als der US-Präsident mit seinen Milliardeneinnahmen kommen viele Bürgerinnen und Bürger derzeit kaum über die Runden.

Die Korruption des Donald Trump - Mike vom Mars Blog

 

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