Inseln betreten ohne Bodenkontakt (Mandaeismus)
Mander, eine alte gnostische Religionsgemeinschaft im Nahen Osten, führen hochkomplexe Tauf- und Reinigungsrituale in fließenden Gewässern durch. Eine der Regeln besagt, dass Priester bei bestimmten Ritualen im Fluss niemals den Flussboden berühren dürfen, ohne gleichzeitig vollständig von Wasser umgeben zu sein – die Füße dürfen also unter keinen Umständen trockene Erde oder unheiliges Territorium berühren.
Vollständiges Schützen kleinsten Lebens (Jainismus):
Mönche und Nonnen des Jainismus tragen oft ein Tuch über dem Mund (Muhpatti) und kehren ihren Weg vor sich mit einem weichen Besen. Der Grund: Sie möchten vermeiden, versehentlich kleinste Insekten oder Mikroorganismen einzuatmen oder zu zertreten. Selbst das Wurzelgemüse (wie Kartoffeln oder Zwiebeln) wird vermieden, da beim Ausgraben Pflanzen zerstört und Insekten getötet werden.
Rechte Hand und ungerade Anzahl von Schlücken (Islam / Sunna)
Oft hört man, das Salafisten ein Glas Wasser in 3 Schlücken und mit der rechten Hand trinken müssen. Diese Trinkgewohnheiten sind keine Besonderheit von Salafisten, sondern gelten im gesamten Islam als traditionsreiche Empfehlung (Sunnah). Dass diese Verhaltensregeln besonders häufig mit Salafisten assoziiert werden, liegt daran, dass der Salafismus eine Strömung ist, die eine extrem buchstabengetreue und kompromisslose Nachahmung des Propheten und der frühen Muslime (die Salaf) einfordert.
Nach islamischer Überlieferung (Hadith) verbot der Prophet, ein Gefäß in einem einzigen Zug anzusetzen und auszutrinken, da dies dem „Trinken eines Kamels“ ähnele. Es geht aber auch um Hygiene: darum wird empfohlen, beim Trinken dreimal abzusetzen und außerhalb des Glases zu atmen. Das Hineinatmen oder Hineinpusten in das Trinkgefäß gilt als verpönt (Makruh), um das Wasser rein zu halten. Sogar ein gesundheitlicher Aspekt steckt hinter dieser Regel: in der islamischen Tradition wird gelehrt, dass das schrittweise Trinken bekömmlicher für den Magen ist und den Körper besser hydriert als das hastige Hinunterstürzen großer Mengen.
Alles schön und gut -und bis hierher eigentlich sogar nachvollziehbar (bis auf die Sache mit dem Kamel). Aber jetzt wird es wirklich skurril:
Im Islam ist die Aufteilung der Hände strikt geregelt. Die rechte Hand ist für reine, ehrbare und positive Handlungen vorgesehen – dazu gehören Essen, Trinken, das Geben und Nehmen von Gegenständen sowie das Begrüßen. Die linke Hand hingegen ist der Körperhygiene (z. B. der Reinigung nach dem Toilettengang) vorbehalten. In bekannten Hadithen heißt es explizit, dass Muslime nicht mit der linken Hand essen oder trinken sollen, da „der Satan mit der linken Hand isst und trinkt“. Die Nutzung der rechten Hand dient somit der spirituellen Abgrenzung vom Bösen.
– Für mich sind übrigens beide Hände schmutzig – wenn es sich um die eines anderen handelt. Nichts ist ekliger, als Händeschütteln 🤢
Keine Knöpfe und kein Reißverschluss (Amisch):
Bei vielen traditionellen Amisch-Gemeinschaften (Ordnung) sind Knöpfe an der Kleidung männlicher Mitglieder verboten oder stark eingeschränkt, weil sie früher mit militärischen Uniformen und Eitelkeit assoziiert wurden. Stattdessen werden Haken und Ösen verwendet. Auch Reißverschlüsse gelten oft als Symbol moderner Weltlichkeit.
Feuerbestattung durch Vögel (Zoroastrismus)
Im Zoroastrismus gelten Erde, Feuer und Wasser als heilige Elemente, die nicht durch einen menschlichen Leichnam verunreinigt werden dürfen. Verstorbene werden daher in sogenannte Türme des Schweigens (Dakhmas) gelegt, wo Geier das Fleisch verzehren, bevor die ausgetrockneten Knochen in ein Boneyard gelegt werden.
Auf der nächsten Seite wird es noch skurriler!
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