Gesellschaftskritik

Sind Kinder Klima-Killer?

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Geschätzte Lesedauer: 15 Minuten

Auf unserem Planeten leben bereits mehr als dreimal so viele Menschen, wie dieser, gemessen an unserem momentanen Lebensstil, verträgt. Das Klima kollabiert. Verzweifelt versuchen wir, Plastiktüten einzusparen, keine Ohrenstäbchen mehr zu benutzen und öft mal mit dem Rad zu fahren. Aber die wirklich wichtige Frage verdrängen wir: sind wir bereits zu viele?

politisch inkorrekt mike vom mars blog Achtung!
Dieser Artikel bricht ein Tabu. Er könnte deine Weltsicht ändern und dich in eine schwere psychologische Krise stürzen. Familienfanatikern wird dringend geraten, das Lesen dieses Artikels zu meiden und stattdessen eine alternative Seite zu besuchen, an der ihr Weltbild keinen Schaden nimmt.

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Bambus- statt Plastikzahnbürsten zu benutzen, auf ein paar Einkaufstüten zu verzichten oder ein bisschen mit dem Rad fahren wird diesen Planeten leider nicht mehr retten. Das ist nett gemeint von dir, aber im Grunde nur eine symbolische, hilflose Geste, die eigentlich nur dein eigenes Gewissen beruhigen soll.

Und hier kommt die gute Nachricht: was würdest du sagen, wenn es eine todsichere Möglichkeit gibt, mit einem Schlag 3220 Tonnen Wasser einzusparen, 700 Tiere vor dem Schlachter zu retten, 43.8 Tonnen Müll zu vermeiden, 280 Tonnen Erdöl und 791 Tonnen CO2 einzusparen? Und das allein durch… NICHTSTUN. Also, indem du etwas NICHT tust. Unglaublich, oder nicht? Doch. Es kann wirklich so einfach sein.

Vom Recht, den Planeten zu Bevölkern

„80 Fußballfelder Natur verschwinden jeden Tag in Deutschland.“

Ist es das unselige Erbe der christlichen Bibel? Dieser verhängsnissvolle Befehl mit dem „vermehret euch“? Oder ist es unsere Konditionierung? Schliesslich haben die meisten von uns schon im Kindergarten „Vater, Mutter, Kind“ gespielt. Warum das also als Erwachsener nicht auch tun?

Aus irgendeinem Grund glauben wir, wir hätten wir das Recht, diesen Planeten möglichst bis in den letzten Winkel mit Menschen vollzustopfen. In Deutschland, einem der bevölkerungsreichsten Länder Europas, herrscht eine katastrophale Raum- und Wohnungsnot. Der aus schierem Platzmangel angefachte Flächenfrass frisst täglich bis zu 80 Fußballfelder Landschaft, die in bebaute Flächen verwandelt werden! Täglich! 80 Fußballfelder Natur verschwinden jeden Tag in Deutschland. Der Platz hierzulande ist bereits mehr als knapp. Unsere Nachkommen werden vielleicht eh keine wilde Wiese, keinen natürlichen Wald mehr finden. Aber wen kümmert schon Natur? Hauptsache, Sohn und Tochter können auf dem neuesten Marken-Smartphone herumwischen.

Das Problem ist gar nicht in erster Linie unser Lebensstil – sondern die schiere Anzahl an Menschen, die diesen Planeten bevölkern. Erst in der Masse wird aus jedem kleinen Problem ein richtig großes. Und je mehr Menschen diesen Planeten bevölkern, desto schwerer wiegt unser Konsum, unser Verbrauch an Ressourcen und desto mehr Abfall und Emissionen muß der Planet ertragen. Während vor einigen hundert Jahren in ganz Europa kaum mehr Menschen lebten, als in einer einzigen modernen Großstadt heute, sind wir mittlerweile so viele, das wir uns nicht nur selbst gegenseitig auf die Füsse treten, sondern unser Handeln auch ernsthafte, katastrophale Auswirkungen auf den Planeten hat. Die Masse ist das Problem. Eine einzige Heuschrecke macht noch keine Plage. Ein riesiger Schwarm dagegen ist eine Katastrophe.

Aber hindert uns das daran, mal über unsere Bevölkerungszahl nachzudenken und dies bei unserem nächsten Kinderwunsch zu berücksichtigen? Offensichtlich nicht. Denn unser Denken hört offensichtlich am eigenen Gartenzaun oder der Wohnungstür auf.

Der letzte Baby-Hype fing mit Facebook und Instagram an. Nachdem dort stolze Mütter immer mehr Babyfotos posteten, wollten auch deren Freundinnen nicht mehr auf ein „eigenes“ Baby verzichten und die Freuden des Mutterseins geniessen. Das Baby als Statusobjekt. Kinder als Lifestyle Statement.

Den Staat und die Industrie freut das: schließlich ist jeder kleine neue Staatsbürger auch ein zukünftiger Steuerzahler, Arbeiter, Konsument und ein Zahnrädchen im ökonomischen Getriebe. Kein Wunder also, das die Politiker sich gerne mit einem Baby auf dem Arm fotografieren lassen und das Kinderkriegen nach Kräften fördern wollen. Ihr Erfolg bei der nächsten Wahl ist schliesslich eng mit dem finanziellen Wohlstand der Bürger verknüpft.

Doch dabei gibt es auch eine Kehrseite: denn was Politiker gerne verschweigen und Mütter gerne verdrängen:

Jeder Mensch kostet diesen Planeten Resourcen. Und Wohlstand lässt sich nur auf Kosten des Planeten erkaufen.

Entweder, wir verzichten auf unseren gehobenen Lebensstil – oder wir reduzieren drastisch die Anzahl an Menschen auf diesem Planeten. Am effektivsten wäre zweifellos beides. Stattdessen aber trachten wir danach, unseren Lebensstandard noch weiter zu erhöhen, während wir gleichzeitig immer noch mehr Verbraucher in die Welt setzen. Das ist nicht nur blind und schizophren – es ist eine Zeitbombe.

„Bis zu 10% des Städtemülls besteht mittlerweile aus Babywindeln.“

Der Müllberg, den ein zweieinhalbjähriges Wickelkind hinterlässt, wäre aufgestapelt etwa 5 Meter hoch und fast 1 Tonne schwer. Und er bleibt uns mit seinem 65%igen Holzfaser- und Plastikanteil rein substanziell mindestens 55 (und bis zu 500) Jahre erhalten. Dazu kommt noch die Verpackung der Einwegwindeln (die aber wenigstens in den letzten Jahren stetig geschrumpft ist). Dennoch reicht es im Schnitt zu 5% des deutschen Müllaufkommens, in manchen Städten zu sage und schreibe 10%.

Um eine Klimakatastrophe zu verhindern, dürfte jeder von uns nicht mehr als 2 Tonnen CO2 pro Jahr produzieren – ausgehend davon, daß die Zahl der Menschen -also CO2-Produzenten- nicht noch weiter steigt. Das Zeugen eines Kindes (also eines weiteren CO2-Produzenten) schlägt dagegen mit 791 zusätzlichen Tonnen CO2 auf die Gesamtbilanz. Denn so viel CO2 wird dein Kind produzieren – nur in seinem Erwachsenenleben, wohlgemerkt. Kindheit im Plastikparadies-Kinderzimmer gar nicht mit einberechnet. Du kannst also so viel CO2 einsparen, wie du willst -es wird niemals genug sein, um den deines Kindes auch nur annähernd zu kompensieren. Die bittere Wahrheit, die niemand sehen möchte: jeder zusätzliche Bewohner und Konsument dieses Planeten heizt das Problem noch weiter an. Und das in einem nicht unerheblichen Ausmaß, denn fast nirgendwo auf diesem Planeten wird so aufwändig und Resourcenhungrig gelebt, wie bei uns in Deutschland.

💡 Fakt: Für jede Tonne CO2, die wir freisetzen, schmelzen drei Quadratmeter Eis in der Arktis. 791 Tonnen CO2 produziert ein Deutscher im Lauf seines Lebens und ist somit für das Schmelzen von 2.373m² Eis verantwortlich.

My Family first – es lebe das Sippendenken!

„Hauptsache, meiner Familie geht es gut. Alle anderen können verrecken.“

Wie…? All das ist bekannt, und dennoch schränkt kaum jemand seinen persönlichen Kinderwunsch ein? Nur ein bisschen weniger Plastik und keine Ohrenstäbchen mehr? Was ist hier los? Wie geht das denn?

Durch ein Phänomen, das sich „Sippendenken“ nennt. Jeder denkt nur an sich und seine eigene Sippe. Die Welt kann untergehen, alle anderen verrecken – Hauptsache, meiner eigenen Sippe geht es gut, Hauptsache, für mein eigenes Glück ist gesorgt.

Dieses Denkmuster mag Evolutionsbiologische Ursachen haben, aber es kann (und wird) uns unseren Kopf kosten, wenn wir nicht endlich mit jedem Kind und jeder unserer Taten die Verantwortung für die gesamte Menschheit übernehmen – und nicht nur für die paar Menschen, die uns nahe stehen. Auch unseren Nachbarn, ja sogar jenen Menschen am anderen Ende der Welt sind wir Rechenschaft schuldig, wenn wir diesen Planeten überlasten und so letztendlich zerstören. Denn dieser Planet gehört nicht deiner Sippe – sondern uns allen.

Stell dir vor, du lebst in einer Wohngemeinschaft. Nichts anderes ist das Leben auf diesem Planeten. Wir teilen alle den selben Raum, müssen mit den selben Ressourcen und dem zur Verfügung stehenden Platz auskommen. Nun stell dir vor, jeder in dieser Wohngemeinschaft würde nur an sich selbst denken und ohne an die anderen zu denken, neue Leute einladen. Wie viele Leute würden wohl in diese Wohnung passen, bis sie aus allen Nähten platzt? Wann würden die ersten Mitbewohner einsehen, das sie das Problem sind und nicht die zu kleine Wohnung? Denn wir haben keine andere Wohnung, als diesen Planeten. Und ein Anbau ist nicht möglich.

Die Unterteilung dieses Planeten in abstrakte Einheiten wie „Länder“, „Städte“ und sogar „Familien“ ist eine Illusion des Menschen. Jeder glaubt, er lebe in seiner eigenen Blase, wo er tun und lassen darf, was er will. Aber wir teilen alle den selben Raum, die selben Ressourcen. Du möchtest deinen Traum von einem Haus verwirklichen, mit einem schönen, großen Garten drum herum? Prima. Aber das ist Lebensraum, den du anderen wegnimmst. Vielleicht stand dort mal ein nettes Wäldchen, in dem alle spazieren gehen konnten. Nun steht er nur noch deiner Familie zur Verfügung. Und so schrumpft die allgemein nutzbare Fläche Tag für Tag für Tag. Was du dir nimmst, fehlt anderen.

Aber Menschen sind weit davon entfernt, das erkennen zu wollen. Hauptsache, ich habe mein Kind. Die anderen können mich mal. Alles jenseits meiner Gartentüre interessiert mich nicht. Das ist das Motto, nach dem wir hier leben. Auch wenn es niemand laut aussprechen möchte.

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