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Archäometrie – Die coole Schwester der Archäologie

Mike vom Mars Blog Archäomagnetismus Archäometallurgie Archäometrie Computertomographie Isotopen Kriminalforensik Ötzi Radiokohlenstoffdatierung Spektroskopie Strontium True Crime
 
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Archäometrie und True Crime

Da es sich bei der Archäometrie, wie auch bei der Kriminalforensik, im Kern darum handelt, stumme Spuren und Materialien zum Sprechen zu bringen, nutzen Forensiker viele Methoden, die ursprünglich für die Archäometrie entwickelt wurden -oder umgekehrt Die Schnittmenge zwischen Archäometrie und moderner Kriminalforensik ist groß – in der Praxis spricht man bei der Anwendung archäologischer und naturwissenschaftlicher Methoden auf Kriminalfälle oft von Forensischer Archäologie oder Forensischer Anthropologie. Welche Methoden der Archäologie können der modernen Forensik zum Beispiel helfen?

  • Die C14-Datierung
    Der Fall: Spaziergänger finden im Wald menschliche Knochen. Handelt es sich um ein Opfer eines modernen Verbrechens oder um einen archäologischen Fund (etwas aus dem Mittelalter oder dem Weltkrieg)? Die Radiocarbonmethode (C14) bringt hier sofort Klarheit. Sie kann im Grenzbereich zwischen moderner Forensik und Archäometrie (insbesondere durch den sogenannten „Bomben-Peak-Effekt“ von Kernwaffentests im 20. Jahrhundert) sogar tages- oder jahresgenau bestimmen, ob ein Mensch vor 500 oder vor 20 Jahren gestorben ist.
  • Geophysikalische Prospektion
    Genau wie Archäologen antike Siedlungen oder Gräber im Boden aufspüren, ohne zu graben, nutzen Ermittler Georadar, Magnetometer oder elektrische Widerstandsmessungen, um etwa nach vergrabenen Leichen oder Beweisen zu suchen. Damit lassen sich frisch ausgehobene Erde, verborgene Hohlräume, illegale Mülldeponien oder versteckte Gräber aufspüren, selbst wenn die Oberfläche längst wieder zugewachsen ist.
  • Isotopenanalysen
    Und hier sind sie wieder – unsere Isotopenhelfer: Wenn eine unbekannte, skelettierte Leiche gefunden wird, stehen Ermittler vor einem Rätsel: Woher kam der Mensch? Mithilfe von Strontium- und Sauerstoffisotopen in Zähnen und Knochen können Forensiker – genau wie in der Archäometrie – rekonstruieren, in welcher Region (oder in welchem Land) die Person ihre Kindheit verbracht hat. Das grenzt den Suchkreis nach vermissten Personen drastisch ein.
  • Material- und Spurenanalyse
    Methoden wie die Röntgenfluoreszenz oder Spektroskopie, mit denen die Archäometrie antike Farben und Metalle untersucht, sind aus der Kriminaltechnik nicht wegzudenken, wenn es um die Entlarvung von Kunstfälschungen (wenn beispielsweise moderne Pigmente in einem angeblich barocken Gemälde auftauchen), oder um die genaue Herkunft von geschmuggeltem Elfenbein, Edelsteinen oder illegal gehandelten Antiquitäten zu bestimmen.

Der Hauptunterschied zwischen Archäometrie und Forensik liegt letztlich nur auf der Zeitleiste: Während die Archäometrie Jahrhunderte oder Jahrtausende zurückblickt, schaut die Forensik auf Jahre, Monate oder Tage – aber die Werkzeugkasten ist im Grunde derselbe!

Auf der nächsten Seite: Berühmte Kriminalfälle, die mit Hilfe der Archäometrie gelöst wurden.

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