In einigen Religionen ist es verboten, den eigenen Schatten auf andere fallen zu lassen. In anderen, Mücken zu verschlucken. Manche verbieten das Schneiden der Haare. Andere erzwingen das Rasieren der Augenbrauen. Willkommen in der absurden Welt der Religion.
Bevor wir aber loslegen, wollen wir aber kurz sichergehen, das du den Unterschied zwischen Glauben und Religion kennst und warum ich kein Problem habe, mich über die Religionen dieser Welt zu amüsieren:
Gla̱u̱·be
Substantiv [der]
Die zutiefst persönliche, private Verbindung zwischen einem Individuum und seinem Schöpfer.
Re·li·gi·o̱n
Substantiv [die]
Ein von Menschen (fast immer Männern) erschaffenes Regelsystem um andere Menschen zu manipulieren, zu unterdrücken und zu kontrollieren.
Der persönliche Glaube eines Menschen ist unantastbar und sollte immer toleriert werden. Zumindest so lange, so lange er ihn brav für sich behält und nicht versucht, andere damit zu bequatschen und zu missionieren. Würde jeder Mensch seinen eigenen, individuellen Glauben für sich behalten, anstatt ständig dafür zu werben, oder ihn durch Kleidung und Symbole nach außen zu tragen, hätte die Welt keine Probleme, Frauen die selben Rechte, wie Männer, wären der Welt viele Kriege erspart worden und Milliarden Menschen auf diesem Planeten würden sich mit der Hand ihrer Wahl den Hintern abwischen, statt nur mit der linken (die linke Hand wird von vielen Religionen gebasht, wie wir noch sehen werden – Religionen sind also kein Freund der Symmetrie).
Religion ist, im Gegensatz zum persönlichen Glauben, ein ganz anderes Kaliber. Religion versteckt sich hinter der harmlosen Maske des Glaubens, ist in Wahrheit aber seine dunkle, böse, größenwahnsinnige und mißbräuchliche Schwester. Ihr geht es darum, Seelen einzufangen, Menschen zu besitzen und sie mit einem Wust an Regeln, Geboten und Verboten an sich zu binden – oder zu bestrafen, wenn sie sich diesen Regeln widersetzen.
Menschen sind das Kapital einer Religion. Je mehr Menschen ihr angehören – am besten von Geburt an, denn diese hinterfragen nichts – desto mehr Macht hat sie. Sie gleicht einem Monster, das stetig wächst und sich mehr und mehr Seelen einverleibt. Dieses Schneeballsystem nennt man „Missionieren“ – alle eingefangenen Seelen einer Religion sind dazu angehalten, weitere Seelen einzufangen. So wächst die Macht des Alpha-Männchens an der Spitze des Kults oder der Religion mehr und mehr. Das ist der Zweck einer Religion. Nichts anderes. Es geht ihr nicht um dein Seelenheil. Es geht ihr um Kontrolle und Manipulation, die meist mit Drohungen über höllische Orte, Ausschluß aus der Gemeinschaft, oder gar dem Tod aufrecht erhalten werden.
Da aber bereits unser Grundgesetz „Glaube“ und „Religion“ verwechselt, kennen auch die meisten aufgeklärten Menschen diesen Unterschied nicht.
Aber genug davon – nun wollen wir uns amüsieren. Denn du wirst nicht glauben, welch skurrile Blüten der Wunderkasten menschlicher Geisteskrankheiten Religionen zu bieten hat. Von lustig bis verwunderlich, von amüsant bis tödlich ist alles dabei. Und manchmal erkennt man sogar einen versteckten Sinn darin. Oft aber nicht. Hier sind einige der faszinierendsten und für Außenstehende ungewöhnlichsten Religions- und Glaubensregeln weltweit.
Auf der nächsten Seite geht’s los!
Inseln betreten ohne Bodenkontakt (Mandaeismus)
Mander, eine alte gnostische Religionsgemeinschaft im Nahen Osten, führen hochkomplexe Tauf- und Reinigungsrituale in fließenden Gewässern durch. Eine der Regeln besagt, dass Priester bei bestimmten Ritualen im Fluss niemals den Flussboden berühren dürfen, ohne gleichzeitig vollständig von Wasser umgeben zu sein – die Füße dürfen also unter keinen Umständen trockene Erde oder unheiliges Territorium berühren.
Vollständiges Schützen kleinsten Lebens (Jainismus):
Mönche und Nonnen des Jainismus tragen oft ein Tuch über dem Mund (Muhpatti) und kehren ihren Weg vor sich mit einem weichen Besen. Der Grund: Sie möchten vermeiden, versehentlich kleinste Insekten oder Mikroorganismen einzuatmen oder zu zertreten. Selbst das Wurzelgemüse (wie Kartoffeln oder Zwiebeln) wird vermieden, da beim Ausgraben Pflanzen zerstört und Insekten getötet werden.
Rechte Hand und ungerade Anzahl von Schlücken (Islam / Sunna)
Oft hört man, das Salafisten ein Glas Wasser in 3 Schlücken und mit der rechten Hand trinken müssen. Diese Trinkgewohnheiten sind keine Besonderheit von Salafisten, sondern gelten im gesamten Islam als traditionsreiche Empfehlung (Sunnah). Dass diese Verhaltensregeln besonders häufig mit Salafisten assoziiert werden, liegt daran, dass der Salafismus eine Strömung ist, die eine extrem buchstabengetreue und kompromisslose Nachahmung des Propheten und der frühen Muslime (die Salaf) einfordert.
Nach islamischer Überlieferung (Hadith) verbot der Prophet, ein Gefäß in einem einzigen Zug anzusetzen und auszutrinken, da dies dem „Trinken eines Kamels“ ähnele. Es geht aber auch um Hygiene: darum wird empfohlen, beim Trinken dreimal abzusetzen und außerhalb des Glases zu atmen. Das Hineinatmen oder Hineinpusten in das Trinkgefäß gilt als verpönt (Makruh), um das Wasser rein zu halten. Sogar ein gesundheitlicher Aspekt steckt hinter dieser Regel: in der islamischen Tradition wird gelehrt, dass das schrittweise Trinken bekömmlicher für den Magen ist und den Körper besser hydriert als das hastige Hinunterstürzen großer Mengen.
Alles schön und gut -und bis hierher eigentlich sogar nachvollziehbar (bis auf die Sache mit dem Kamel). Aber jetzt wird es wirklich skurril:
Im Islam ist die Aufteilung der Hände strikt geregelt. Die rechte Hand ist für reine, ehrbare und positive Handlungen vorgesehen – dazu gehören Essen, Trinken, das Geben und Nehmen von Gegenständen sowie das Begrüßen. Die linke Hand hingegen ist der Körperhygiene (z. B. der Reinigung nach dem Toilettengang) vorbehalten. In bekannten Hadithen heißt es explizit, dass Muslime nicht mit der linken Hand essen oder trinken sollen, da „der Satan mit der linken Hand isst und trinkt“. Die Nutzung der rechten Hand dient somit der spirituellen Abgrenzung vom Bösen.
– Für mich sind übrigens beide Hände schmutzig – wenn es sich um die eines anderen handelt. Nichts ist ekliger, als Händeschütteln 🤢
Keine Knöpfe und kein Reißverschluss (Amisch):
Bei vielen traditionellen Amisch-Gemeinschaften (Ordnung) sind Knöpfe an der Kleidung männlicher Mitglieder verboten oder stark eingeschränkt, weil sie früher mit militärischen Uniformen und Eitelkeit assoziiert wurden. Stattdessen werden Haken und Ösen verwendet. Auch Reißverschlüsse gelten oft als Symbol moderner Weltlichkeit.
Feuerbestattung durch Vögel (Zoroastrismus)
Im Zoroastrismus gelten Erde, Feuer und Wasser als heilige Elemente, die nicht durch einen menschlichen Leichnam verunreinigt werden dürfen. Verstorbene werden daher in sogenannte Türme des Schweigens (Dakhmas) gelegt, wo Geier das Fleisch verzehren, bevor die ausgetrockneten Knochen in ein Boneyard gelegt werden.
Auf der nächsten Seite wird es noch skurriler!
Kein Kochen am Sabbat – nicht einmal Licht einschalten (Judentum / Orthodoxie):
Im orthodoxen Judentum ist am Schabbat (Freitagabend bis Samstagabend) das Entzünden oder Löschen von Feuer verboten. Da die Elektrizität rabbinisch oft mit Feuer oder dem Schließen eines Stromkreises (Bauen) gleichgesetzt wird, dürfen weder Lichtschalter noch Elektrogeräte bedient werden. Viele Familien nutzen dafür mechanische Zeitschaltuhren oder spezielle Sabbat-Lifts in Gebäuden, die automatisch in jedem Stockwerk halten, damit kein Knopf gedrückt werden muss.
Okay, kann man glauben. Ist aber nicht vereinbar mit Wissenschaft, moderne Welt, Physik und – wie hieß das gleich noch mal? Ach ja, gesunder Menschenverstand. Aber hey, Hauptsache man glaubt an irgendetwas, oder?
Kein Verzehr von Blut – auch keine Bluttransfusionen (Zeugen Jehovas):
Zeugen Jehovas interpretieren Bibelstellen (z. B. Apostelgeschichte 15:29) so streng, dass die Aufnahme von Blut in jeglicher Form verboten ist. Das betrifft nicht nur Blutwurst, sondern auch medizinisch notwendige Bluttransfusionen, da das Leben im Blut liege und dieses Gott gehöre.
Verbot bestimmter Frisuren und Rasuren (Sikhismus):
Kein Hair Management erlaubt: Ein initiierter Sikh befolgt die Fünf Ks. Eines davon ist Kesh – das Haar am gesamten Körper darf niemals geschnitten oder rasiert werden. Das Tragen des Turbans dient dazu, das lange, ungekürzte Haar sauber und geschützt zu halten. Zudem gehört ein kleiner Holzkamm (Kanga) zur Pflichtausrüstung, um das Haar zweimal täglich zu kämmen. – Müssen die Haare am Rücken, die wohl auch nie rasiert werden dürfen, dann auch täglich zweimal gekämmt werden?
Das Verbot, den Namen Gottes auszusprechen oder ihn geschrieben wegzuwerfen (Judentum):
Im Judentum ist der eigentliche Name Gottes (das Tetragramm) so heilig, dass er im Alltag nicht ausgesprochen wird (stattdessen sagt man Adonai oder HaShem, was „der Name“ bedeutet). Auch Dokumente, Bücher oder Gebetszettel, auf denen Gott erwähnt ist, dürfen niemals im Müll landen. Sie werden in speziellen Behältern (Genisa) gesammelt und später wie ein Mensch auf einem Friedhof begraben.
Keine heißen Getränke und kein Koffein (Mormonentum):
Im mormonischen Gesundheitsgesetz (Wort der Weisheit) wird der Konsum von „heißen Getränken“ untersagt. In der Praxis wird dies als Verbot von Kaffee und schwarzem/grünem Tee ausgelegt – unabhängig von der Temperatur.
Das Gebot des ständigen Haareschneidens für buddhistische Mönche:
Während im Sikhismus das Haar niemals geschnitten werden darf, gilt im Theravada-Buddhismus das exakte Gegenteil: Mönche und Nonnen müssen sich regelmäßig den gesamten Kopf sowie die Augenbrauen rasieren. Dies dient als Symbol der Entsagung von eitler Intention, gesellschaftlichem Status und physischer Attraktivität.
Kein Kochen, kein Bedienen von Maschinen bei Sonnenfinsternissen (hinduistische Strömungen):
Im Hinduismus gilt eine Sonnen- oder Mondfinsternis (Rahu und Ketu) traditionell als unheilsam. Während des astronomischen Ereignisses essen oder kochen viele Gläubige nicht, da Nahrung als „verunreinigt“ durch die negative Energie gilt. Oft wird das Essen davor mit Tulsi-Blättern abgedeckt oder nach der Finsternis komplett frisch zubereitet.
Kein Nutzen von Besteck beim Essen der Kommunion (Koptische & Orthodoxe Kirchen):
In einigen orthodoxen Traditionen wird das Abendmahl (Brot und Wein) mit einem speziellen goldenen Löffel direkt in den Mund der Gläubigen gegeben. Die Empfänger dürfen das Brot nicht mit den Zähnen abbeißen oder berühren, sondern müssen es direkt schlucken, um zu verhindern, dass auch nur der kleinste Krümel des „Leibes Christi“ herunterfällt oder falsch behandelt wird.
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weitere Herausforderungen für den gesunden Menschenverstand!
Niemals ein Gebäude mit dem linken Fuß betreten (Islam):
In der islamischen Tradition (Sunna) gibt es für fast jede alltägliche Bewegung eine empfohlene Seite: Moscheen, Wohnhäuser oder Räume sollte man stets mit dem rechten Fuß zuerst betreten. Der linke Fuß wird hingegen verwendet, wenn man einen Raum verlässt oder das Badezimmer/die Toilette betritt.
Kein Tragen von gemischten Stoffen (Orthodoxes Judentum / Schatnes):
Die Thora verbietet das Tragen von Kleidung, die gleichzeitig aus Wolle und Leinen gewebt ist (Schatnes). Streng orthodoxe Juden lassen neu gekaufte Anzüge oder Mäntel oft in speziellen Laboratorien unter dem Mikroskop prüfen, um sicherzustellen, dass keine leinenen Fäden im wollenen Stoff verarbeitet wurden.
Verbot von Alu-Töpfen und Beschränkung bei der Fischgröße (Rastafari / Ital-Diät):
Streng gläubige Rastafari ernähren sich nach den Ital-Regeln („vital“/natürlich). Speisen dürfen weder (lebenswichtiges) Salz noch künstliche Zusätze enthalten, und oft wird sogar das Kochen in Aluminiumtöpfen abgelehnt – man nutzt stattdessen Ton- oder Holzgefäße, um das Essen nicht mit Metall zu „kontaminieren“. Das sich in abgenutztem Holz besonders schnell Bakterien ansammeln, wird dabei ignoriert. Zudem gilt bei Fischen: Sie müssen Schuppen haben und dürfen maximal 30 Zentimeter (12 Zoll) lang sein. Größere Raubfische gelten als Aasfresser und somit als unrein.
Kein Gehen auf der Mitte des Weges (Shintoismus):
Falls du unter Ticks leiden solltest, diesen Absatz bitte überspringen: Beim Besuch eines Shinto-Schreins in Japan darf man niemals direkt in der Mitte des Tores (Torii) oder auf der zentralen Achse des Weges (Seichū) gehen. Dieser mittlere Streifen ist symbolisch exklusiv für die Götter (Kami) reserviert. Gläubige und Besucher müssen daher stets leicht versetzt am linken oder rechten Rand laufen.
Das Verbot, den Körper nach dem Tod zu verändern (Rastafari & Orthodoxes Judentum):
Sowohl bei den Rastafari als auch im orthodoxen Judentum gilt der menschliche Körper als Werk Gottes, das nicht grundlos verändert werden darf. Im orthodoxen Judentum sind Tätowierungen deshalb strikt untersagt. Im Sterbefall ist auch die Organspende in manchen strengen Strömungen hochumstritten, weil der Körper zur Auferstehung der Toten möglichst unversehrt begraben werden muss.
Niemals schlafen mit den Füßen Richtung Heiligtum (Tibetischer Buddhismus / Hinduismus):
Sowohl im Hinduismus als auch im tibetischen Buddhismus gelten die Fußsohlen als der unreinste Teil des menschlichen Körpers. Es gilt als schwere Respektlosigkeit, mit den Füßen auf eine Person, ein Götterbild oder den Altar zu zeigen. Das Bett in einem Haus wird deshalb oft so ausgerichtet, dass man im Schlaf niemals mit den Füßen nach Osten oder in Richtung eines Hausaltars liegt. Für unsere Gesellschaft übersetzt würde das bedeuten: schlafe niemals mit den Füßen in Richtung deiner X-Box!!
Niemals mit der linken Hand schenken oder empfangen (Hinduismus):
Und schon wieder wird die linke Hand gebasht: Ähnlich wie im Islam gilt auch im Hinduismus die linke Hand als unrein (für die Reinigung nach dem Toilettengang bestimmt). Es ist ein großes gesellschaftliches und religiöses Fauxpas, jemandem Geld, Essen, Geschenke oder Opfergaben mit der linken Hand zu überreichen oder anzunehmen. Muss man die linke Hand benutzen, sollte die rechte Hand stützend unter den linken Ellbogen gelegt werden.
Kein Knüpfen von Knoten am Sabbat (Judentum):
Unter den 39 Kategoriensystemen verbotener Arbeiten (Melachot) am Sabbat befindet sich das Knüpfen und Lösen dauerhafter Knoten. Ein Schleifenknoten (wie beim Krawatte-Binden oder Schuhezubinden) ist erlaubt, solange er leicht aufzubinden ist. Ein doppelter Knoten, der länger halten soll, gilt jedoch als handwerkliche Arbeit und ist verboten.
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stinkende Zähne und böse Spiegel!
Das Verbot, den eigenen Schatten auf Heilige zu werfen (Historischer Jainismus / Buddhismus):
Das hier dürfte Nachtwandlern gefallen: In einigen altindischen Traditionen galt selbst der eigene Schatten als physische Verlängerung des Körpers. Es war den Gläubigen strengstens untersagt, ihren Schatten auf hochrangige Mönche, Könige oder heilige Statuen fallen zu lassen, da dies als energetische Verunreinigung interpretiert wurde. – Also, ich sehe das genauso, wenn es um GERÜCHE meine Mitmenschen geht. Die sind für mich die olfaktorische Verlängerung ihres Körpers – schließlich enthält ihr Geruch Moleküle, die direkt aus dem fremden Körper kommen (nicht drüber nachdenken, nicht drüber nachdenken, nicht…)
Das Verbot, die Zähne mit einer Zahnbürste zu putzen (Sikhismus & Jainismus während Fastenzeiten):
In einigen traditionellen indischen Glaubensformen ist das Verwenden von Plastikzahnbürsten oder Zahnpasta während strenger Fastentage untersagt, da Zahnpasta Tierfette oder Mikroplastik enthalten könnte und Plastik als synthetisch gilt. Stattdessen wird ein frischer Zweig des Neem-Baums (Miswak) genutzt, der durch Kauen zerfasert und als natürliche Bürste dient.
Keine Spiegel bei Trauerfeiern abdecken vergessen (Judentum / Schiva):
Während der sieben-tägigen Trauerphase (Schiva) im Judentum werden alle Spiegel im Haus der Familie verhängt oder abgedeckt. Der Grund: Trauernde sollen sich nicht auf ihr äußeres Erscheinungsbild oder auf Eitelkeit konzentrieren. Zudem gilt der Blick in den Spiegel beim Gebet als Ablenkung, da man nicht sich selbst, sondern Gott gegenüberstehen soll. Und die Switch darf unverdeckt bleiben??
Niemals Reis auf den Boden fallen lassen und keine ungerade Anzahl an Reiskörnern opfern (Shintoismus):
Im Shintoismus gilt jedes einzelne Reiskorn als Sitz einer kleinen Schutzgottheit (Kami). Reis zu verschwenden oder unachtsam fallen zu lassen, gilt als direkte Beleidigung der Naturgeister. Bei Trank- und Speiseopfern an den Schreinen werden zudem exakte, oft mathematisch festgelegte Mengen verwendet, da bestimmte Zahlen als unheilbringend gelten.
Keine Hunde als Haustiere in der Wohnung (Islam):
Hundefreunde, ihr müsst jetzt stark sein: In vielen islamischen Rechtsschulen (Madhhabs) gilt der Speichel von Hunden als ritual unrein (Nadjis). Wenn die Kleidung oder der Körper mit Hundespeichel in Berührung kommt, muss die rituelle Waschung (Wudū‘) wiederholt werden. Hunde sind zwar als Arbeits-, Wach- oder Jagdhunde erlaubt, das Halten als reine Haus- und Streicheltiere innerhalb der Wohnräume wird jedoch stark abgelehnt.
Kein Benutzen von Knöpfen an Samstagen (Samariter):
Die Samaritertum-Gemeinschaft (eine eng mit dem Judentum verwandte, sehr kleine Religionsgruppe in Israel/Palästina) legt die Sabbat-Gebote extrem buchstäblich aus. Am Sabbat tragen sie ausschließlich weiße Gewänder ohne Knöpfe, Gürtel oder Schnallen, da das Schließen einer Schnalle oder eines Knopfes als Ausübung einer „Konstruktionsarbeit“ gewertet werden kann.
Niemals mit offenem Haar kochen (Sikhismus):
In den Großküchen (Langar) der Sikh-Tempel, wo täglich tausende kostenlose Mahlzeiten für jeden Menschen unabhängig von der Religion zubereitet werden, gilt eine kompromisslose Hygiene- und Glaubensregel: Niemand darf die Küche ohne Kopfbedeckung (Dastar oder Tuch) betreten oder Speisen zubereiten, damit weder ein einzelnes Haar in das Essen gelangt noch die spirituelle reine Energie des Essens gestört wird. – Also bis zu dem Teil mit der „sprituellen Energie“ fand ich diese Regel fast schon sinnvoll. Aber jetzt bin raus.
Auf der nächsten Seite wird es schlüpfrig!
Die „Lappen-Prüfung“ nach der Menstruation (Nidda & Bedekikah im orthodoxen Judentum):
Nach der Menstruation gilt eine Frau als ritual unrein (Nidda). Um die siebentägige „reinere Phase“ zu beginnen, muss sie mit einem speziellen, weiße Stoffläppchen (Bedeikah) innere Gewebeproben entnehmen. Ist auf dem Tuch auch nur der kleinste verfärbte Fleck zu sehen, muss dieser im Zweifel von einem Rabbiner begutachtet werden, um festzustellen, ob der Fleck rot (unrein) oder braun/gelb (rein) ist. erst danach darf nach dem Eintauchen in das Ritualbad (Mikwe) wieder ehelicher Sex stattfinden.
Strikte Verhaltensregeln beim intimen Akt (Islam):
Im orthodoxen Islam gibt es detaillierte Empfehlungen für den Eheakt. So ist es empfohlen, vor dem Intimkontakt ein spezielles Bittgebet (Dua) zu sprechen, um Satan fernzuhalten. Zudem gilt es als verpönt (Makruh), während des Sex komplett nackt zu sein – das Paar sollte sich unter einer Decke befinden. Ein Blick auf die Genitalien des Partners gilt in manchen Rechtsschulen als unerwünscht. Auch das Sprechen während des Aktes ist untersagt.
Das Verbot des Abspritzens / Ejakulationsverbot (Daoistischer Sexueller Daoismus):
Im Esoterischen Daoismus gilt der männliche Samen (Jing) als Träger der Lebensenergie. Während Frauen durch Orgasmen Energie gewinnen können, verliert der Mann beim Ejakulieren wertvolle Lebenskraft. Deshalb lehren manche daoistischen Strömungen Techniken des „injektiven Sex“, bei denen der Mann zwar zum Orgasmus kommt, die Ejakulation jedoch physisch (durch Druckpunkte) oder mental unterdrücken muss, um die Energie im Körper zirkulieren zu lassen.
Das Nacktheit-Verbot vor sich selbst (Traditionelles Christentum & Judentum):
In manchen strengen Strömungen des Purismus und des Chassidismus gilt völlige Nacktheit selbst im Dunkeln oder alleine im Raum als Mangel an Gottesfurcht, da Gott überall anwesend ist. Beim Umkleiden oder Waschen versucht man daher, den Körper nie vollständig zu entblößen, sondern Stück für Stück unter dem Hemd oder Handtuch zu wechseln.
Verbot von Kondomen und künstlicher Verhütung (Katholizismus):
In der offiziellen Doktrin der katholischen Kirche (bekräftigt in der Enzyklika Humanae Vitae) ist jede künstliche Verhütungsmethode – ob Kondom, Pille oder Spirale – eine Todsünde, da der sexuelle Akt im Wesentlichen immer für die Fortpflanzung offen bleiben muss. Erlaubt ist ausschließlich die sogenannte „natürliche Familienplanung“ durch Abstinenz an fruchtbaren Tagen. – Anmerkung: erlaubt ist auch die billigste Verhütungsmethode der Welt – ständig schwanger sein. Kostet anfangs nichts, macht aber spätestens nach dem 5. Kind arm und pleite. Ist aber egal, da die meisten User dieser Methode bereits vor dem ersten Kind arm und pleite sein.
Ach Leute, gar lustig war dieser Ausflug in die völlig bekloppte Welt der Religionen. Ich gebe zu: zumindest einige dieser Regeln mögen einst einen zugrunde liegenden Sinn gehabt haben (beispielsweise, wenn es um Hygiene geht, im 15. Jahrhundert gab es schließlich noch keine Apotheken-Umschau, durch die man Menschen informieren konnte) – aber immer dann, wenn dumme Anhänger etwas stur wortwörtlich befolgen und das eigenständige Denken einstellen (eigenständiges Denken ist der Feind jeder Religion und verbraucht zudem einen Haufen Energie), wird selbst aus dem sinnvollsten Rat eine absurde Regel, deren tatsächliche Bedeutung einfach verloren geht.
Meine eigene Religion ist jedenfalls der gesunde Menschenverstand, geschliffen durch die Erkenntnis der Naturwissenschaften. Denn letztendlich sind diese Regeln die einzigen, die uns die Schöpfung wirklich mitgegeben hat.

Seltsam? Aber so steht es hier geschrieben... Ihr habt Fragen, Anregungen oder vielleicht sogar eine völlig andere Meinung zu diesem Artikel? Dann postet einen Kommentar.
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Autor: Mike vom Mars