Tödliche Challenges

Salt Chip / Hot Chip Challenge
Der Verzehr extrem scharfer Tacos/Chips (gewürzt mit den schärfsten Chilis der Welt) oder übermäßig gesalzener Chips führte bei vielen Jugendlichen zu schweren Magen-Darm-Beschwerden, Verätzungen der Schleimhäute und Atemnot. In den USA verstarb ein Jugendliche nach dem Konsum des „One Chip Challenge“-Chips.
NyQuil / Sleepy Chicken Challenge
Hühnchen wurde in hustensaftähnlichen Erkältungsmedikamenten (z. B. NyQuil) gekocht. Beim Erhitzen verdampfen Wasser und Alkohol, während die Wirkstoffe stark konzentriert werden. Das Einatmen der Dämpfe sowie der Verzehr bergen hohe Risiken für Vergiftungen und Organschäden.
Borax Challenge
Influencer behaupteten, das Trinken von in Wasser aufgelöstem Borax (einem Wasch- und Reinigungsmittel) helfe gegen Entzündungen und Gelenkschmerzen. Borax ist giftig und kann zu schweren Magen-Darm-Krämpfen, Nierenschäden und Vergiftungserscheinungen führen.
Dry Scooping
Vor dem Training wird Proteinpulver oder Pre-Workout-Pulver trocken geschluckt, anstatt es mit Wasser anzurühren. Dies führt häufig zu Erstickungsanfällen, Lungenentzündungen durch Einausatmung (Aspiration) und bei hochdosierten Koffeinpulvern zu Herzrasen und Herzinfarkten.
Frozen Honey / Fruit Roll-Up mit Eis
Das Essen großer Mengen gefrorenen Honigs oder anderer zäher gefrorener Süßigkeiten führte bei vielen Teenagern zu Magenkrämpfen, Durchfall sowie Zahnschäden durch extreme Kälte und Klebrigkeit.
Benadryl Challenge
Was dahintersteckt: Auf TikTok wurden Nutzer dazu aufgerufen, massive Überdosen (teilweise 12 bis 14 Tabletten) des in den USA frei verkäuflichen Antihistaminikums (gegen Allergien) Benadryl zu schlucken. Ziel war es, absichtlich starke Halluzinationen herbeizuführen und diese Reaktionen zu filmen.
Die Folgen: Der Wirkstoff Diphenhydramin führt bei Überdosierung zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit und Hirnschäden. Im Jahr 2020 starb ein 15-jähriges Mädchen in den USA (Oklahoma) an den Folgen einer massiven Überdosis. Die Behörden bestätigten, dass der Tod in direktem Zusammenhang mit der TikTok-Challenge stand. 2023 verstarb ein 13-jähriger Junge aus Ohio nach dem Konsum vor laufender Kamera.
Die „Blackout Challenge“
Auch „Choking Game“ oder „Pass-out Challenge“. Was dahintersteckt: Dies gilt traurigerweise als eine der tödlichsten Challenges im Netz bisher. Teilnehmer (meist im Alter zwischen 8 und 14 Jahren) wurden dazu animiert, sich so lange die Luft abzuschnüren oder zu strangulieren (z. B. mit Gürteln, Seilen oder den Händen), bis sie das Bewusstsein verlieren. Der Reiz soll angeblich in dem kurzen, durch Sauerstoffmangel erzeugten „Euphorie-Kick“ oder dem Aufwachen danach liegen.
Die Folgen: Weltweit starben Dutzende Kinder und Jugendliche beim Nachahmen im eigenen Kinderzimmer (darunter bekannterweise Fälle in den USA, Großbritannien und Deutschland), die ihren Tod meist sogar noch live filmten! Betroffene Eltern reichten daraufhin weltweit Klagen gegen Plattformbetreiber wie TikTok ein, da der Algorithmus solche Videos oft ungehindert vorschlug.
Die „Fire Challenge“
Was dahintersteckt: Jugendliche schütteten sich brennbare Flüssigkeiten (wie Nagellackentferner, Alkohol oder Desinfektionsmittel) über den nackten Oberkörper, zündeten sich an und versuchten, das Feuer vor dem Spiegel oder einer Kamera so schnell wie möglich wieder zu löschen bzw. in einen Pool zu springen. Die Folgen: Die Flüssigkeiten brennen oft schneller und heißer als erwartet. Dies führte bei vielen Minderjährigen zu schadhaften Verbrennungen zweiten und dritten Grades, lebenslangen Narben oder endete – wie bei einigen dokumentierten Fällen von Teenagern – tödlich durch Schockzustände und Organversagen.
Die „Skull Breaker Challenge“
Was dahintersteckt: Eine boshafte Mutprobe, bei der drei Personen nebeneinanderstehen. Die beiden äußeren Personen überreden die mittlere Person zu einem Sprung in die Höhe. Während diese in der Luft ist, treten die beiden Äußeren ihr von unten die Beine weg, sodass die Person ungedämpft und ungebremst auf den Hinterkopf oder Rücken stürzt.
Die Folgen: Da die Opfer völlig unvorbereitet stürzten, kam es zu massiven Schädel-Hirn-Traumata, Gehirnerschütterungen, Wirbelsäulenverletzungen und bleibenden Lähmungen. In einigen Fällen trugen Betroffene lebensgefährliche innere Verletzungen davon.
Das „Car Surfing“
Was dahintersteckt: Personen klettern während der Fahrt auf das Dach, die Motorhaube oder den Kofferraumdeckel eines fahrenden Autos, um ein spektakuläres Video für Social Media zu drehen.
Die Folgen: Jedes abrupte Bremsen, eine scharfe Kurve oder ein Schlagloch reicht aus, um die Person mit hoher Geschwindigkeit auf den Asphalt zu schleudern. In den letzten Jahren gab es weltweit zahlreiche tödliche Unfälle, bei denen Jugendliche oder junge Erwachsene unter den Reifen landeten oder gegen Hindernisse prallten.
Warum sind diese Trends so verheerend?
💡 Viele dieser Challenges nutzen die Psychologie von Jugendlichen aus: Das Bedürfnis nach Anerkennung (Likes), das Testen von Grenzen und ein oft noch nicht vollständig ausgeprägter Teil des Gehirns (der präfrontale Cortex, der für die Einschätzung von langfristigen Risiken zuständig ist). Wenn Algorithmen dann riskantes Verhalten durch hohe Reichweiten „belohnen“, entsteht ein Gruppenzwang, der für Kinder und Jugendliche lebensgefährliche Züge annehmen kann.
Und das war nur ein kurzer Einblick in die unsäglich dumme, Geldgeile und oft sogar soziopathische Welt der Influencer. Die Chance, das Kinder unter 27 (das menschliche Gehirn ist nämlich erst mit etwa 27 Jahren voll ausgebildet), im Internet an gewissenlose Influencer zu geraten, die ihnen die dümmsten und absurdesten Gedanken ins Hirn pflanzen, ist, statistisch gesehen, deutlich höher, als an einen Kinderschänder zu geraten. Das kann Angst machen – und das soll es auch. Denn die Plattformen, auf denen sich diese Leute tummeln, müssen gesetzlich endlich stärker reglementiert werden, um Nutzer vor dieser Rattenplage zu schützen.

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Autor: Mike vom Mars