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Russland: Wirken die Sanktionen?

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Haben die Sanktionen bereits jetzt Auswirkungen?

„In einigen Sektoren der russischen Wirtschaft geht fast nichts mehr.“

Die Statistiken sprechen da eine eindeutige Sprache. Die russische Wirtschaft ist von Februar bis Juni 2022 um rund 6,5 Prozent geschrumpft. Man geht in Russland davon aus, dass diese Talfahrt sich bis ins nächste Jahr fortsetzt. Allerdings ist die Wirkung der Sanktionen sehr ungleich verteilt.

In einigen Sektoren der russischen Wirtschaft, wie etwa der Luftfahrt oder der Autoindustrie, geht aktuell fast gar nichts mehr. Der Konsum ist ebenfalls eingebrochen, auch wenn die vollen Restaurants in Moskau das auf den ersten Blick nicht vermuten lassen. Das Geschäft mit dem Erdöl brummt aber weiterhin und auch das wenige Gas, das noch geliefert wird, bringt viel Geld. Deshalb steht auch der Staatshaushalt noch relativ gut da, trotz der Ausgaben für den Krieg und großer Hilfspakete, die wegen der Sanktionen geschnürt werden müssen.

Der Abstieg der russischen Wirtschaft setzt sich weiter fort, aber es wird keinen plötzlichen Zusammenbruch geben. Stattdessen wird es immer wieder zu Knappheiten kommen, weil die Lagerbestände von westlichen Gütern langsam erschöpft sind. Auch der Maschinenpark der russischen Industrie, der größtenteils importiert ist, kann in vielen Unternehmen nicht mehr erneuert werden und verschleißt nach und nach. Hierdurch sind große Teile der gesamten produzierenden Wirtschaft betroffen.

Wenn das EU-Ölembargo ab Ende des Jahres schrittweise in Kraft tritt, wird es auch für den Energieexport schwieriger werden. Natürlich suchen alle russischen Unternehmen und die russische Regierung gerade händeringend nach alternativen Lieferanten und Absatzmärkten. Auch wenn das zum Teil erfolgreich ist: Die russische Wirtschaft kann die Kooperation mit dem Westen niemals vollständig ersetzen. Russland wird deshalb in den kommenden Jahren deutlich ärmer und technologisch rückständiger werden.

Sollen wir verhandeln, um doch wieder russisches Gas zu bekommen?

„Die Linkspartei – ein politischer Kindergarten.“

Ganz ehrlich: wer würde seine Tochter einem Vergewaltiger und Verbrecher anvertrauen? Richtig -niemand! Und genauso wenig können wir die Sicherheit unserer Wirtschaft und unseres Landes jemals wieder in russische Hände legen, nachdem Putin und seine Schergen nicht nur bewiesen haben, dass sie Energie als Waffe benutzen, wenn der Deutsche nicht parieren will, sondern mit unserem Geld auch noch schwerste Kriegsverbrechen begangen werden.

Ein „Zurück zur Normalität“ kann es also auf keinen Fall geben. Dazu sind der Vertrauensverlust, aber auch der Verlust an Rechtssicherheit gegenüber Russland, das eigenmächtig nach Gutdünken Verträge aufkündigt, einfach unwiederbringlich verloren. Wer jetzt noch die deutsche Wirtschaft und Sicherheitspolitik in die Hände Russlands legt, wäre an Naivität nicht mehr zu überbieten.

Russland jetzt also um Gas „anzubetteln“ (so stellen es russische Medien derzeit gerne dar) wäre, als würde das Opfer einer Vergwaltigung seinen Peiniger danach noch einmal um einen Nachschlag bitten – und es ist bezeichnend, dass Putin uns für so einfältig hält.

Wer immer also lautstark tönt, man solle doch wieder verhandeln, ist dafür, dass wir den gleichen Fehler begehen, der uns diese Misere ja erst eingebrockt hat: uns nämlich von einer Autokratie abhängig zu machen, die meint, sich an keine Verträge halten zu müssen. Und weiterhin an fossilen Energien festzuhalten, weil es ja so schön bequem und billig war – auch wenn wir unseren Kindern dafür eine Welt hinterlassen haben, die aus den Fugen fällt.

Aus diesem Fehler sollten wir gelernt haben. Man kann natürlich auch so naiv und kindlich sein, wie die Linkspartei, die wieder Verhandlungen mit Putin fordert, als hätte man aus den letzten zwanzig Jahren nichts gelernt. für deren Mitglieder sind die Wälder wohl immer noch voller Einhörner, die Regenbögen pupsen. Erwachsene auf dem geistigen Stand von Kindern. Opfer, die sich nach ihrem Vergewaltiger sehnen.

Bei uns wird offen darüber gestritten, ob Sanktionen richtig oder falsch sind. Genau DAS ist eine Stärke unseres politischen Systems. So lange es genug Menschen gibt, die frei ihre Meinung sagen können, weiß man, dass man sich im freien Teil der Welt aufhält.

Manchmal erwecken diese Debatten aber den Eindruck, als hätten die deutsche Wirtschaft und die deutsche Bevölkerung viel mehr Probleme als die russische. Die russische Propaganda verstärkt diesen Eindruck noch gezielt. Aber jeder, der hierzulande lebt und vielleicht sogar mal eine Zeit lang in Russland gelebt hat, weiß, wie gut er es hier hat.

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Quellen: Stiftung Wissenschaft und Politik, Yale School of Management, Merkur, BR

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