Niemals ein Gebäude mit dem linken Fuß betreten (Islam):
In der islamischen Tradition (Sunna) gibt es für fast jede alltägliche Bewegung eine empfohlene Seite: Moscheen, Wohnhäuser oder Räume sollte man stets mit dem rechten Fuß zuerst betreten. Der linke Fuß wird hingegen verwendet, wenn man einen Raum verlässt oder das Badezimmer/die Toilette betritt.
Kein Tragen von gemischten Stoffen (Orthodoxes Judentum / Schatnes):
Die Thora verbietet das Tragen von Kleidung, die gleichzeitig aus Wolle und Leinen gewebt ist (Schatnes). Streng orthodoxe Juden lassen neu gekaufte Anzüge oder Mäntel oft in speziellen Laboratorien unter dem Mikroskop prüfen, um sicherzustellen, dass keine leinenen Fäden im wollenen Stoff verarbeitet wurden.
Verbot von Alu-Töpfen und Beschränkung bei der Fischgröße (Rastafari / Ital-Diät):
Streng gläubige Rastafari ernähren sich nach den Ital-Regeln („vital“/natürlich). Speisen dürfen weder (lebenswichtiges) Salz noch künstliche Zusätze enthalten, und oft wird sogar das Kochen in Aluminiumtöpfen abgelehnt – man nutzt stattdessen Ton- oder Holzgefäße, um das Essen nicht mit Metall zu „kontaminieren“. Das sich in abgenutztem Holz besonders schnell Bakterien ansammeln, wird dabei ignoriert. Zudem gilt bei Fischen: Sie müssen Schuppen haben und dürfen maximal 30 Zentimeter (12 Zoll) lang sein. Größere Raubfische gelten als Aasfresser und somit als unrein.
Kein Gehen auf der Mitte des Weges (Shintoismus):
Falls du unter Ticks leiden solltest, diesen Absatz bitte überspringen: Beim Besuch eines Shinto-Schreins in Japan darf man niemals direkt in der Mitte des Tores (Torii) oder auf der zentralen Achse des Weges (Seichū) gehen. Dieser mittlere Streifen ist symbolisch exklusiv für die Götter (Kami) reserviert. Gläubige und Besucher müssen daher stets leicht versetzt am linken oder rechten Rand laufen.
Das Verbot, den Körper nach dem Tod zu verändern (Rastafari & Orthodoxes Judentum):
Sowohl bei den Rastafari als auch im orthodoxen Judentum gilt der menschliche Körper als Werk Gottes, das nicht grundlos verändert werden darf. Im orthodoxen Judentum sind Tätowierungen deshalb strikt untersagt. Im Sterbefall ist auch die Organspende in manchen strengen Strömungen hochumstritten, weil der Körper zur Auferstehung der Toten möglichst unversehrt begraben werden muss.
Niemals schlafen mit den Füßen Richtung Heiligtum (Tibetischer Buddhismus / Hinduismus):
Sowohl im Hinduismus als auch im tibetischen Buddhismus gelten die Fußsohlen als der unreinste Teil des menschlichen Körpers. Es gilt als schwere Respektlosigkeit, mit den Füßen auf eine Person, ein Götterbild oder den Altar zu zeigen. Das Bett in einem Haus wird deshalb oft so ausgerichtet, dass man im Schlaf niemals mit den Füßen nach Osten oder in Richtung eines Hausaltars liegt. Für unsere Gesellschaft übersetzt würde das bedeuten: schlafe niemals mit den Füßen in Richtung deiner X-Box!!
Niemals mit der linken Hand schenken oder empfangen (Hinduismus):
Und schon wieder wird die linke Hand gebasht: Ähnlich wie im Islam gilt auch im Hinduismus die linke Hand als unrein (für die Reinigung nach dem Toilettengang bestimmt). Es ist ein großes gesellschaftliches und religiöses Fauxpas, jemandem Geld, Essen, Geschenke oder Opfergaben mit der linken Hand zu überreichen oder anzunehmen. Muss man die linke Hand benutzen, sollte die rechte Hand stützend unter den linken Ellbogen gelegt werden.
Kein Knüpfen von Knoten am Sabbat (Judentum):
Unter den 39 Kategoriensystemen verbotener Arbeiten (Melachot) am Sabbat befindet sich das Knüpfen und Lösen dauerhafter Knoten. Ein Schleifenknoten (wie beim Krawatte-Binden oder Schuhezubinden) ist erlaubt, solange er leicht aufzubinden ist. Ein doppelter Knoten, der länger halten soll, gilt jedoch als handwerkliche Arbeit und ist verboten.
Auf der nächsten Seite:
stinkende Zähne und böse Spiegel!
Articles in this category

