Der Sound
Leider keine Dröhnung.
Auch die eingebauten Lautsprecher sind für jemanden, der die Speaker der Quest 3 gewöhnt ist, leider eine große Enttäuschung. Im Vergleich zu denen der Quest 3 klingen sie dünn und blechern. Vor lauter Verzweiflung habe ich ein paar 30-Euro Earbuds den eingebauten Lautsprechern der Viture vorgezogen, und selbst die klangen DEUTLICH besser. Okay, das ließe sich notfalls noch verschmerzen, indem man eben, wie gesagt, Bluetooth-Earbuds nutzt. Das ist aber bei der Quest 3 gar nicht nötig, da der Klang der integrierten Lautsprecher von vorne herein absolut akzeptabel ist (wer aber wirklich gute super-duper Earbuds oder Kopfhörer zuhause hat, kann den Klang so aber natürlich noch einmal deutlich steigern).
Das Zuspiel-Problem
Film 404 Not Found.
Leider war die negative Erfahrung damit aber immer noch nicht komplett. Das nächste Problem: das Zuspielen der Videos.
Als Quest-Nutzer ist man so gewöhnt, das man Videos einfach bequem von der Netzwerkplatte streamen kann (ohne Kabel, ohne Laptop, ohne Gedöns), das man erst mit der Viture merkt, wie eingeschränkt man ist – vor allem, wenn man kein High-End Handy hat, das über einen USB-C Video Out Ausgang verfügt. Dann wird es nämlich richtig kompliziert – oder teuer.
Dann muß ein, hoffentlich vorhandener, USB-C Video Out fähiger Laptop als Zuspielgerät dienen, oder der PC. Für letzteren benötigt man dann einen HDMI zu USB-C Video Adapter (ab 30 Euro), oder den von Viture selbst (ab 60 Euro) oder man kauft sich den Viture Dock (DEUTLICH teurer!) dazu, um ein Videobild in die Brille zu bekommen.
Dann liegt man preislich aber bereits WEEEEIIT über einer Quest 3, auf der man ja ohne jedes Gedöns bereits perfekt und immersiv Filme gucken und, ganz nebenbei auch noch viele andere Dinge, wie PC-VR zocken, mobile VR Games zocken, Android Apps laufen lassen, Emulatoren (Sony PSP / Nintendo / SNES / Megadrive / N64 und viele mehr) in VR spielen oder 360-Grad Videos gucken kann – sowohl eigene, als auch auf YouTube – in denen man sich dann auch tatsächlich umschauen kann. Warum sollte man sich dann für MEHR Geld eine Videobrille kaufen, die noch nicht einmal von selbst Filme abspielen kann?
Spacewalker Software
Im Weltall hört dich niemand schreien.
Auch Viture’s Spacewalker Software macht den Braten leider nicht mehr fett – einmal auf den Laptop gespielt kann man damit zwar das Bild der Videobrille virtuell vergrößern, der wirklich sichtbare Ausschnitt bleibt aber immer gleich. Man bewegt dann halt den Kopf hin und her, um mehr vom virtuell „größeren“ Bild zu sehen. Nette Spielerei, aber für ein besseres Filmerlebnis nicht geeignet, im Gegenteil. Für Quest-Nutzer, die wirkliches VR gewöhnt sind (also eine Leinwand von 360 Grad rundherum) ein Witz. Zudem crashte mir die Software zu oft und hatte auch noch einige nervende Bugs.
Fazit
Ich muss sagen, mich hat diese Erfahrung doch sehr ernüchtert. Würde ich die Viture Pro 2 dennoch kaufen / nutzen? JA, auf jeden Fall – aber NICHT für diesen horrenden Preis (derzeit zwischen 430 und 500 Euro)!! Dann müsste sie DEUTLICH günstiger sein. Für maximal 200 Euro würde ich den Kauf in Erwägung ziehen, für 150 Euro sofort und ohne zu fragen zugreifen – allerdings nur für ein NEUES Gerät, da die Viture über OLED-Displays verfügt, die bei falscher Nutzung einbrennen können. Nutzer berichten z.B., das sich beim Arbeiten mit Windows die Taskleiste in die Screens der Viture eingebrannt hat. Die Quest verfügt hingegen über LCD-Bildschirme, bei denen echtes, permanentes Einbrennen (Burn-in) nicht typisch ist.
200 Euro wären also schon das Höchste der Gefühle, schließlich muss man, wenn man nicht gerade Besitzer eines High-End Handys mit USB-C Video Out ist oder für teuer Geld das Viture Dock dazu kauft, immer den Laptop neben sich stehen haben, da die Brille ja ohne Zuspielgerät quasi nur ein Briefbeschwerer ist. Die Videobrille ist im Grunde nicht mehr, als ein, nicht mal besonders großer, Monitor. Und gute Monitore gibt es auch schon deutlich(!) unter dem Preis einer Viture Pro 2.
Für das wenige, das die Viture Pro 2 im Vergleich zur Quest 3 kann, ist sie einfach viel zu teuer – aber das Problem haben derzeit eigentlich alle Videobrillen. Gelingt es den Herstellern nicht, die Preise deutlich(!) zu drücken, werden Videobrillen immer nur ein Nischenprodukt bleiben. Hart, aber wahr. Der Nutzen ist einfach, bedenkt man den Preis, viel zu gering. Eine Quest 3 ist gegen eine Videobrille einer Eierlegende Wollmilchsau, mit der man nicht nur Filme ohne Zuspielgerät gucken, sondern auch noch, mobil oder vom PC, zocken kann.
Leider hat mich diese Erfahrung nicht überzeugt. Aber falls jemand von euch ein USB-C Video Out fähiges Handy besitzt UND viel in Bahn oder Flugzeug unterwegs ist, und dort Filme gucken möchte, kann ich mir vorstellen, das diese Videobrille für denjenigen eine Option ist. Allen anderen aber würde ich eher zu einem VR-Headset raten, da hier das Filmerlebnis VIIIIEEEL immersiver ist.
Apropos VR-Headset: so günstig, wie die Quest 3 (bei der META quasi bei jedem verkauften Exemplar ein wenig Verlust macht), wird es NIE WIEDER VR-Headsets geben. Die Preise für VR-Headsets, die deutlich weniger können, als die Quest 3 (z.B. nur PC-VR), haben sich bereits auf weit über 1000 Euro eingependelt. Mein Rat also: greift zur Quest 3, so lange sie noch auf dem Markt verfügbar ist. Diese gibt es als Grau-Import bei AliExpress manchmal bereits für 380 Euro in der 512GB Version.
VR wird es nie, nie, nie wieder für so wenig Geld geben. Diese Zeiten sind erst mal vorbei. Also greift zur Quest 3, so lange es sie noch gibt.
Seltsam? Aber so steht es hier geschrieben... Ihr habt Fragen, Anregungen oder vielleicht sogar eine völlig andere Meinung zu diesem Artikel? Dann postet einen Kommentar.

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Autor: Mike vom Mars