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Warum altern wir?

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Freie Radikale

In den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zellen, bilden sich bei der Zellatmung freie Radikale. Das sind Atome, Moleküle oder Ionen mit einem ungepaarten Elektron. Sie sind besonders reaktionsfreudig und hängen sich an viele lebenswichtige Stoffe. Mit dem Alter nimmt ihre Zahl zu. Es gibt vier Hauptquellen für freie Radikale:

  1. Innerliche Produkte
    Unser Körper produziert ständig als Nebenprodukt normaler Stoffwechselfunktionen freie Radikale.
  2. Die Umwelt
    Luftverschmutzung, Zigarettenrauch, Smog, Ruß, Autoabgase, Giftmüll, Düngemittel, Insektenschutzmittel, Hintergrundstrahlungen, Drogen und auch bestimmte Nahrungsmittel können freie Radikale erzeugen.
  3. Stressfaktoren
    wie Altern, Trauma, Medikamente, Krankheiten, Infektionen und Stress, kann die körpereigene Produktion freier Radikale antreiben.
  4. Kettenreaktionen
    Wenn ein freies Radikal ein Elektron stiehlt, um selbst wieder in Balance zu kommen, erzeugt es damit neue freie Radikale in dem vorher bestohlenen Molekül. In vielen Fällen wird dann dieses freie Radikal ebenso versuchen, ein Elektron zu stehlen.

Freie Radikale entstehen im tierischen Organismus bei der Atmung in der Elektronentransportkette. Um den Organismus vor schädlichen freien Sauerstoffradikalen zu schützen, existieren sehr komplexe Schutzmechanismen. Wenn die Balance zwischen freien Radikalen und den Schutzmechanismen nicht gegeben ist und somit die schädigende Wirkung der Radikale überwiegt, spricht man von oxidativem Stress.

Durch chemische Prozesse entstehen aus diesen freien Radikalen nämlich u.a. Wasserstoffperoxid, ein wirksames Zellgift, aber auch andere Radikale, die Proteine und Lipide zerstören und Mutationen an der DNA der Mitochondrien und des Zellkerns verursachen.

Wenn DNA-Enzyme oder Zellmembranlipide von der Zerstörung betroffen sind, ist schliesslich die Funktion der Mitochondrien eingeschränkt. Dadurch ist die Energiebildung in Form von ATP, welche in den Mitochondrien stattfindet, gemindert. Eine geringere ATP-Produktion bedeutet aber gleichzeitig, dass noch mehr Radikale entstehen können. Man nimmt an, dass die Zellen beim Alterungsprozess in diesen Teufelskreis geraten und lebenswichtige Funktionen dadurch immer mehr geschwächt werden.

Kampf den freien Radikalen!

Vitamin C und E wirken dem Altern entgegen, fettreiche Kost beschleunigt das Altern.

Da freie Radikale also massgeblich am Alterungsprozess beteiligt sind, laufen Forschungen zu deren Entschärfung derzeit auf Hochtouren. Erste Erkenntnisse sind:

Es gibt Enzyme, die freie Radikale entschärfen, indem sie sie abfangen und binden. Diese werden als Schutz-Enzyme bezeichnet. So hat die Zelle gegen Wasserstoffperoxid und sein Radikal ein Schutzsystem aufgebaut. In diesem Schutzsystem wirkt das Enzym Katalase. Es kommt in allen Zellen vor und bewirkt die Spaltung von Wasserstoffperoxid.

Vitamin C und E, Glutathion und Beta-Karotin fangen ebenfalls Radikale ab. Vitaminreiche Kost vermindert deshalb die Anhäufung von Radikalen. Im Tierversuch konnte bewiesen werden, dass die allgemeine Ernährung einen wichtigen Faktor bei der Entstehung freier Radikale darstellt. Normalkost mit hohem Fettanteil fördert die Bildung der Radikale, während sie durch eine vollwertige Diät reduziert wird. Bei Einnahme von Diätkost konnte am Versuch mit Mäusen ein geringerer und -OH – Gehalt in den Mitochondrien von Gehirn-, Herz und Nieren festgestellt werden.

Freie Radikale reduzieren

Ein (besser zwei) Gläser Orangensaft am Tag stärken nicht nur das Immunsystem, sondern helfen auch bei der Reduzierung freier Radikale. Grundsätzlich sollte man bei der Ernährung auch darauf achten, das möglichst viele Antioxidantien darin enthalten sind. Grundsätzlich sollten künstliche Vitamine (z.B. in Form von Nahrungsergänzungsmitteln) gemieden werden, da deren Wirksamkeit gegenüber natürlichen Vitaminen immer noch nicht bewiesen ist (auch wenn die Nahrungsmittelindustrie dies gerne behauptet).

Insbesondere pflanzliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und hochwertige pflanzliche Öle sowie Nüsse sind reich an Antioxidantien. Besonders „ampelfarbiges“ Obst und Gemüse wie Spinat oder Trauben (grün), Tomaten, Beeren (rot), Karotten, Äpfel (gelb/orange) sind empfehlenswert.

Da freie Radikale besondern bei der Verwertung von Nahrung entstehen, mehren sich auch die Anzeichen dafür, das Fasten – also die reduzierte Aufnahme von Nahrung – den Alterungsprozess massgeblich verlangsamt oder sogar teilweise umkehren kann. Besonders das Intervallfasten scheint hier einen sehr positiven Einfluss zu haben. Beim Intervallfasten (auch 8-16-Fasten genannt) nimmt man nur in einem Zeitfenster von 8 Stunden am Tag Nahrung zu sich, die restlichen 16 Stunden wird nichts gegessen.

Essen hält uns also nicht nur am Leben – es scheint so, als würde es auch das Altern fördern. Es ist wie der Android Ash in „Alien“ das ausserirdische Wesen beschreibt: „Es hält uns am Leben aber gleichzeitig bringt es uns um.“

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