Ukraine-Krieg

Was passiert, wenn es kein GPS mehr gibt?

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LEO- und GEO Satellitenumlaufbahnen erklärt - Mike vom Mars Blog

Wie weit würde Russland gehen?

Würde Russland gezielt westliche Navigationssatelliten im All physisch abschießen, wäre das ein direkter, unmissverständlicher Kriegseintritt gegen die NATO. Dies würde den Bündnisfall (Artikel 5) auslösen und einen verheerenden, nuklear eskalierenden Gegenschlag riskieren. Zudem erzeugen Satellitenabschüsse im All Tausende Teile Weltraumschrott, die unkontrolliert auch eigene russische Satelliten bedrohen würden (Kessler-Syndrom).

Soweit in der Theorie. In der Praxis aber steht Europa derzeit ohne seinen militärischen Partner USA da und ist extrem verwundbar. Zudem sind einige Militärexperten der Meinung, Russland könne bei einem Angriff auf die NATO das GPS-System gezielt ausschalten, weil es sich selbst als viel weniger abhängig von GPS sieht, als die hochentwickelte NATO.

Die NATO ist extrem hochtechnologisiert, weshalb Störungen ihrer Informations- und Navigationssysteme die Überlegenheit deutlich verringern könnten. Russland dagegen, das mit vielen seiner Waffensystemen und seiner gesamten Militärdoktrin immer noch in Zeiten des Kalten Krieges lebt, könnte einen Verlust des GPS leichter kompensieren. Die Vorstellung: Russische Soldaten könnten einfach mit Karte und Kompass weiterkämpfen, während die NATO gelähmt ist.

Russland nutzt sein eigenes Satellitennavigationssystem GLONASS, das allerdings bis heute bei weitem nicht so gut und genau funktioniert, wie die westlichen Pendants. Aus diesem Grund nutzten viele russische Piloten zu Anfang des Ukrainekriegs auch westliche Navigationsgeräte im Cockpit. Wie abhängig oder unabhängig Russland von GPS ist, ist daher nicht leicht zu beantworten -wenn überhaupt.

Russland würde die eigene Präzisionskriegführung dann ebenso einbüßen und müsste auf verlustreiche, ungezieltere Flächenangriffe umsteigen. Aber genau DAS entspricht der russischen Militärdoktrin – erinnern wir uns an die ersten Jahre im Ukrainekrieg, als Russland noch versuchte, erst mit endlosen Panzerkolonnen, dann mit einer Feuerwalze aus Artilleriegranaten Gelände einzunehmen. Heute sind „Fleischangriffe“, bestehend aus tausenden Fußsoldaten das Mittel der Wahl.

Russland hat ein Faible für Flächenangriffe. Nicht Präzision, sondern der Vorschlaghammer ist in der Regel Russland erste Wahl.

Auf der nächsten Seite: Schützt die NATO sich vor einem GPS-Ausfall?

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